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Branchennews #34 – Mai 2019

Interessante Meldungen und Beiträge zu den RESORTI-Themenfeldern Stadtentwicklung, Nachhaltigkeit und Umweltschutz aus Deutschland und der ganzen Welt. Mit dabei sind spannende Beiträge zu Konzepten der Stadtplanung, neue Ideen zur Mobilität und Gedankenanstöße zur Sisyphusaufgabe der korrekten Entsorgung der Folgen unseres Konsumwahns. Freuen Sie sich auf die 34. Ausgabe unserer Branchennews!

Das Müllproblem macht auch vor dem Mount Everest nicht Halt

Dieser Tage beginnt im Himalaya-Gebirge, genauer gesagt am Mount Everest, die Tourismus-Saison. Bereits seit einigen Jahren kämpft man hier gegen die immer größere Zahl an Bergsteigern, denn man steht vor großen Problemen:

Je mehr Menschen am Berg, desto schwieriger ist die Gewährleistung der Sicherheit jedes einzelnen. Nicht zuletzt aber ist auch hier der Müll das Problem. Seit letztem Jahr gibt es sogar eine Initiative, Müll auf dem Berg zu sammeln. Der Deutschlandfunk berichtet über Probleme und aktuelle Entwicklungen.

Wie umweltfreundlich sind Frachtschiffreisen?

Die Problematik des Flugzeugs als Verkehrsmittel aus Umwelt-Sicht, ist schon länger bekannt. Das Reisen auf einem Fracht- bzw. Containerschiff ist deshalb eine mögliche, noch eher unbekannte Alternative für weite Entfernungen. Ein Erfahrungsbericht zeigt, wie eine solche Reise abläuft und was die Vor- sowie Nachteile sind.

Ein Plädoyer für das Spazierengehen

Martin Schmitz, Architekt und Professor für Spaziergangswissenschaft an der Universität Kassel plädiert für die Fortbewegung zu Fuß. Er ist davon überzeugt, dass dabei ein ganz eigener Blick auf die Umgebung entstehe, was wiederum Einfluss auf die Gestaltung einer Stadt habe.

Aus diesem Grund sollten Städteplaner und Architekten mehr spazieren gehen. Aber auch allen anderen Menschen sei nahegelegt, sich wieder der natürlichsten Art der Fortbewegung widmen, denn sie sind davon entfremdet längere Strecken zu Fuß zurück zu legen.

Wohnung Ausmisten: Eine Lose-lose Situation

Wer sich das Projekt “Wohnung Ausmisten” vornimmt, dürfte schnell einen Berg an Gegenständen, die nicht mehr benötigt werden, anhäufen: Nicht mehr verwendete Kosmetikartikel, zu eng gewordene Kleidungsstücke, leere Batterien und noch vieles mehr. Will man alles ordnungsgemäß entsorgen, verwandelt sich dieser eine Stapel schnell in ganz viele Stapel – verschenken an die Nachbarschaft, verkaufen auf eBay, verkaufen auf dem Flohmarkt, beim Elektronikmarkt abgeben, zum Sperrmüll bringen oder auch in den Haushaltsmüll.

Um alle diese Stapel abzuarbeiten, müsste viel Zeit investiert werden. Wer die nicht erübrigen will und die korrekte Entsorgung außer Acht lässt, führt eine klassische Lose-lose-Situation herbei: Bleiben die Gegenstände an Ort und Stelle, ist die Wohnung vermüllt und wertvolle Rohstoffe können nicht dem Recyclingkreislauf zugeführt werden. Wer dagegen alles in den Hausmüll schmeißt, schadet der Umwelt.

Neues Modell: Fahrräder im Abo mieten

Leihfahrräder finden sich in Großstädten auf der ganzen Welt an jeder Ecke. Nun erobert das niederländische Start-up Swapfiets den deutschen Markt.  Die darüber angebotenen Räder werden in Zusammenarbeit mit dem holländischen Fahrradbauer Gazelle produziert.

Während bei Anbietern der bereits etablierten Leihfahrräder pro Minute oder Stunde abgerechnet wird, kann man bei Swapfiets ein Abo für die Nutzung abschließen. Der zu zahlende monatliche Festbetrag liegt bei 19,50 Euro. In der Gebühr inbegriffen ist außerdem ein Reparatursevice für platte Reifen und Ähnliches.

Schottergärten – ökologisch komplett wertlos

Vorgärten aus Schotter liegen seit Jahren im Trend. Damit geht allerdings eine nicht gerade unerhebliche Problematik einher. Unter die Steine wird oftmals Teichfolie gelegt. Diese soll verhindern, dass Unkraut hochwächst. Dabei handelt es  sich allerdings um eine Versiegelung der Oberfläche. Diese hat zur Folge, dass nichts versickern kann.

Weiterhin speichern die Steine die Hitze und der Mangel an Pflanzen sorgt dafür, dass keine Verdunstungskühle produziert werden kann. Auf diese Weise kommt es lokal zu Temperaturerhöhungen. Insgesamt handelt es sich bei dieser Art von Gärten für Flora und Fauna um eine ökologisch komplett wertlose Fläche.

Kampf gegen das Plastikproblem der Meere

Riesige Strudel von Plastikmüll treiben in den Weltmeeren und bisher ist es nicht gelungen, Methoden zu entwickeln, mit denen dieses Plastikproblem erfolgreich bekämpft werden könne. Der erste Versuch, die Meere aktiv vom Müll zu befreien, war das “Ocean Cleanup-Projekt” des Niederländers Boyan Slat. Doch in der Praxis funktionierte dieser riesige Meeresstaubsauger nicht wie gewünscht. Ohnehin ist dieses System nur so konzipiert, den an der Oberfläche schwimmenden Plastikmüll einzusammeln. Allerdings schwimmen erheblich größere Mengen in unterschiedlichen Tiefen weiter unten.

Hier setzt die ehemalige Architektin Marcella Hansch aus Aachen mit ihrem Projekt “Pacific Garbage Screening” an. Der von ihr konzipierte Müllsammler, sieht aus wie ein riesiger Kamm, dessen Zinken 35 Meter tief ins Meer hinunterreichen. Die Idee dahinter: Zwischen diesen würde sich die Meeresströmung beruhigen und das Plastik könne aufsteigen, um an der Oberfläche eingesammelt zu werden. Anlagen zur Weiterverarbeitung des Plastiks sollen bei diesem Müllsammler direkt mit integriert sein. Bislang ist allerdings fraglich, ob dieses ehrgeizige viele Millionen Euro teure Projekt jemals realisiert werden kann.

Die „Maritime Müllabfuhr“ des Münchners Günther Bonin hat bereits ihren Kampf gegen den Plastikmüll in den Meeren aufgenommen. 2016 wurde das erste einer kleinen Flotte von Katamaran-artigen Müllsammelschiffen gebaut, die in Binnengewässern, an Flussmündungen und in Küstenregionen Müll einsammeln, bevor dieser das offene Meer erreichen kann. Mit großmaschigen Netzen, die zwischen den beiden Bootsrümpfen angebracht sind, können diese sehr effektiv schwimmenden Müll einsammeln.

Alle diese Versuche richten sich allerdings an sichtbaren Plastikmüll. Wie Mikroplastik, das sich in immer größeren Mengen im Meer findet, bekämpft werden könne, ist bislang noch unklar. Wenn Industrie, Politik und Zwischenhändler ihr Verhalten in Bezug auf Müll nicht ändern, können all diese Versuche, das Meer vom Müll zu befreien jedoch auch nur begrenzt etwas ausrichten. Deshalb wird aktuell an Methoden gearbeitet, Kunststoffe herzustellen, die sich, so wie man sie aufbaut auch wieder abbauen lassen. Ziel der EU: Ab 2030 sollen alle Verpackungen recycelbar sein.

Strassenland: Gemeinsam für eine nachhaltige Stadtentwicklung

Am 23. Juni 2019 wird die Nord-Süd-Fahrt in Köln im Rahmen des Strassenland Festivals einen Tag lang zur Erlebnis-, Ausstellungs- und Interaktionsplattform für zukunftsgerichtete Mobilitätskonzepte, urbane Kreativität und städtisches Zusammenleben. Dabei sollen gemeinsam Ansätze für eine nachhaltige Stadtentwicklung geschaffen werden. Fokus liegt auf der Vielfalt des Alltags sowie der Komplexität des Miteinanders.

Wer war Lucius Burckhardt? Ein Porträt des Querfeldeindenkers

Lucius Burckhardt, geboren 1925, war ein schweizer Nationalökonom, Soziologe und Erfinder der Spaziergangswissenschaft. Als Querfeldeindenker eröffnete er vielen Studenten neue Perspektiven: “Wer plant die Planung?”, “Warum ist Landschaft schön?”, “Design ist unsichtbar”, “Durch Pflege zerstört” oder “Der kleinstmögliche Eingriff”. Mit diesen Fragen trifft er auch im Jahr 2019 den Zahn der Zeit. Vielleicht mehr denn je.

Architektur und Städtebau

Weltweit wachsen die Metropolen. Doch die vielen Baumaßnahmen machen Städte nicht unbedingt schöner und lebenswerter – eher im Gegenteil. Da stellt sich die Frage, was können Architekten tun, um Städte zu schaffen, in denen es nicht zur sozialen Entmischung und Gentrifizierung kommt? Wie kann und muss gebaut werden, um das Wohnen, Leben und Arbeiten in einer ökologisch funktionierenden Stadt attraktiv zu machen? Diese Fragen erörtert der Architekturtheoretiker Wolfgang Sonne, Professor für Geschichte und Theorie der Architektur an der TU Dortmund, im Deutschlandfunk.

 

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