Resorti-Branchennews_35
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Branchennews #35 – Juni 2019

Interessante Meldungen und Beiträge zu den RESORTI-Themenfeldern Recycling, Nachhaltigkeit und Stadtentwicklung aus Deutschland und der ganzen Welt. Mit dabei sind spannende Beiträge zu Neuerungen aus dem Bereich der Radfahrbewegung, zum Erhalt der biologischen Vielfalt in Deutschland und zur Mitgestaltung der  eigenen Stadt. Auch der Themenkomplex rund um das allgegenwärtige Plastikproblem wird nicht vergessen. Freuen Sie sich auf die 35. Ausgabe unserer Branchennews!

100 grüne Inseln für Bonn

Die Idee für die Aktion “100 grüne Inseln für Bonn” hatte die AG Grüne Infrastruktur, ein Zusammenschluss Studierender und wurde nun gemeinsam mit dem Wissenschaftsladen umgesetzt. Das Ziel des Projektes besteht darin, die Stadt grüner zu machen. Die Menschen sollen dafür sensibilisiert werden, wie wichtig es ist, für Insekten einen Lebensraum zu schaffen. Außerdem geht es um Nachhaltigkeit in der Stadt, um bessere Luft, um Biodiversität und um einen Erholungswert mitten in der Stadt.

Bogotá: Ein Paradies für Radfahrer

Seit mehreren Jahren ist in Bogotá eine wachsende Fahrradbewegung aktiv und verändert die Stadt. So findet seit mehr als 40 Jahren jeden Sonntag eine Art autofreier Sonntag statt, die sogenannte Ciclovia. In Lateinamerika ist Bogotá eine Vorzeigestadt für grüne Stadtentwicklung: Eine mehrspurige Fahrradschnellstraße durchzieht die Stadt von Süden nach Norden und viele der Radwege sind räumlich von den Straßen getrennt.

Ziel ist, dass es bis zum Ende des Jahres 700 Kilometer Radweg geben soll. In der lateinamerikanischen Stadt ist das Fahrrad lange ein Transportmittel der Armen gewesen. Durch Radrenn-Stars wie Quintana ist es zum Nationalsymbol geworden. Dadurch schafft es Bogotá trotz herrschender Armut und Gewalt, die Stadt fahrradfreundlich zu machen.

Naked Bike Ride

Seit 2001 finden weltweit in großen Metropolen regelmäßig Naked Bike Rides statt. Dabei radeln die Menschen nackt, verkleidet, schrill und bunt durch die Stadt. Nun werden auch in Köln Radler zum ersten nackten Protest aufgerufen. Ein buntes Bündnis möchte auf die große Unsicherheit von Fahrradfahrern und Radfahrerinnen als schwächste Teilnehmer im Straßenverkehr aufmerksam machen.

Gleichzeitig soll gegen die Zerstörung der Umwelt durch die Nutzung fossiler Brennstoffe wie Erdöl oder Erdgas protestiert werden. Am 12. Juli um 17 Uhr startet – bei hoffentlich schönstem Sommerwetter – der erste Kölner „Naked Bike Ride“. Ganz nackt dürfen die Demonstranten nicht radeln. Das sei in Deutschland verboten. Bei anderen Aktionen wie in London durften die Radler mehr Haut zeigen.

DeinRadschlos – Einchecken. Abstellen. Sicher

Ab Mitte 2018 bieten der VRR und 14 Kommunen unter dem Markennamen „DeinRadschloss“ an größeren Verknüpfungspunkten zum ÖPNV digital gesteuerte Radabstellanlagen. Stellplätze können via Internet reserviert und gebucht werden. Um dann vor Ort auf die Abstellanlagen zugreifen zu können, genügt eine Chipkarte – wahlweise ein VRR-Aboticket oder eine systemeigene Variante. Wer zukünftig mit dem Fahrrad zu ÖPNV-Haltepunkten fahren und dann mit Bus und Bahn weiterreisen möchte, für den wird der Umstieg zwischen den Verkehrsträgern also noch einfacher und komfortabler.

Abmahnfalle Verpackungsgesetz: Zwischenbilanz

Wer systembeteiligungspflichtige Verpackungen in Deutschland in Verkehr bringt, muss im Verpackungsregister LUCID registriert sein. Das Register ist öffentlich und somit kann jeder überprüfen, ob die Hersteller ihrer Registrierungspflicht nachgekommen sind. Unterbleibt die Registrierung, drohen Abmahnungen.

Gute vier Monate ist das neue Verpackungsgesetz nun alt, ein passender Zeitpunkt, um einmal nachzusehen, wie es an der Abmahnfront bezüglich dieses Themas aussieht.  Die Zwischenbilanz besagt, dass es zunehmend wettbewerbsrechtliche Abmahnungen wegen Verstößen gegen das Verpackungsgesetz gebe.

Einsatz für die biologische Vielfalt in Deutschland mit Naturschutzzertifikaten

Nationalparks, Biosphärenreservate, Naturparks und Wildnisgebiete sind wichtige Punkte der biologischen Vielfalt, stellen kostenlos wertvolles Naturkapital zur Verfügung und laden zum Erleben sowie Erholen ein. Damit diese Schatzkammern der Natur auch in Zukunft erhalten bleiben, können sich Privatpersonen und Unternehmen nun an der Finanzierung zertifizierter Naturschutzprojekte beteiligen.

EUROPARC Deutschland bietet allen Interessierten die Möglichkeit, mit dem Kauf von Naturschutzzertifikaten die biologische Vielfalt in den „Nationalen Naturlandschaften“ zu fördern. EUROPARC steht kurz vor dem Launch der Online-Plattform „www.naturschutzzertifikate.de“

TRANSURBAN Residency: re:build – Building Common Spaces

Weltweit nehmen immer mehr Menschen die Möglichkeit wahr, die eigenen Lebensräume in nachhaltige zukunftsorientierte und kreative Orte zu verwandeln. Auch das CityLeaks Urban Art Festival setzt den Akzent auf das künstlerische Forschen, den Austausch und die Partizipation verschiedener Akteure, um den öffentlichen Raum neu zu entdecken und mitzugestalten. Als lokales Beispiel fungiert der Strukturwandel in Köln-Ehrenfeld und die sich hier anhäufenden Verdrängungen bekannter Kulturorte.

Damit einhergehend stellt sich die Frage, wo sich neue Orte öffnen lassen. Beispielsweise bieten die leerstehenden Bahnbögen in der Hüttenstraße in Ehrenfeld großes Potential. Im Rahmen des Projekts TRANSURBAN Residency wurde ab dem 17. Mai 2019 unter dem Titel re:build – Building Common Spaces dieser bisher ungenutzte Raum belebt und zum Center für das CityLeaks Urban Art Festival 2019 gemacht. Hier ist jeder eingeladen, Ideen für moderne, lebensnahe und inklusive Städte zu entwickeln.

Öffentliche Boxsäcke rund um Manhattan

Rund um Manhattan finden sich nun einige öffentliche Boxsäcke. Die New Yorker haben so die Möglichkeit, Ihrer Frustration über die verschiedensten Dinge in der Öffentlichkeit Ausdruck zu verleihen, um dann mit einem besseren Gefühl den Tag zu bestreiten. Auf diese Weise sollen persönliche und kollektive Probleme in der Öffentlichkeit angegangen werden.

Der Plastikatlas 2019

Plastik ist einerseits ein nützlicher Werkstoff, auf der anderen Seite stellt er ein großes Risiko dar. Nur neun Prozent des gesamten weggeworfenen Kunststoffs seit 1950 wurden recycelt. Der Rest unseres Plastikmülls landet in asiatischen Ländern. Um die riesigen Dimensionen zu begreifen und in Zukunft einen anderen Kurs einzuschlagen, wird fundiertes Wissen über die Plastikkrise benötigt. Der Plastikatlas 2019 will in 19 Kapiteln genau das bieten. Er erschien am 6. Juni und ist in Zusammenarbeit der Heinrich-Böll-Stiftung und BUND entstanden.

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