Tannenbaum an Straße - RESORTI-Blog

Tannenbaumentsorgung – von fliegenden Bäumen und nachhaltigen Alternativen

Ein paar Wochen nach Heiligabend hat der Christbaum hat ausgedient und die Frage, wie sich der Tannenbaum entsorgen lässt, rückt in den Fokus. Einfach in der Restmülltonne entsorgen, an den Straßenrand stellen oder im nächsten Wald abliefern?

RESORTI widmet sich dem Thema Tannenbaumentsorgung und berichtet anlässlich des St.-Knut-Tags von skandinavischen Bräuchen, der Verwertung zum Energielieferanten und nachhaltigen Alternativen zum geschlagenen Baum.

St.-Knuts-Tag in Skandinavien – Wenn der Baum aus dem Fenster fliegt?

Der St.-Knuts-Tag am 13. Januar ist in den skandinavischen Ländern das Ende der Weihnachtszeit und damit auch der Tag, an dem der Weihnachtsbaum entsorgt wird. Auch in Deutschland ist dieser Tag dank der Kommerzialisierung durch die alljährlichen Werbekampagnen von Möbelhäusern bekannt. Dort wird das Fest lediglich knut genannt und in der Werbung hauptsächlich durch aus dem Fenster fliegende Tannenbäume dargestellt. Was hat es mit dem St.-Knuts-Tag wirklich auf sich?

Weihnachtsbaum auf dem Gehweg - RESORTI-Blog

Am St.Knuts-Tag fliegen in Skandinavien die Bäume aus dem Wohnzimmer – RESORTI-Blog

Den St.-Knuts-Tag feiert man traditionell in Schweden, Finnland und Norwegen. Da es sich dort bei dem 13. Januar um das Ende der Weihnachtszeit handelt, wird traditionell gemeinsam der Baumschmuck entfernt und der Baum anschließend entsorgt. Besonders für kleine Kinder ist dies ein aufregendes Ereignis, zumindest wenn der Baum mit Schokolade geschmückt war. Das alljährliche Plündern der Weihnachtsbäume nennt sich in Schweden julgransplundring.

Dass die Bäume danach wirklich überall aus den Wohnungen auf die Straße fliegen und man als Passant auf seinen Kopf aufpassen muss, wie es die Werbung suggeriert, bleibt zweifelhaft. Fest steht aber, dass der Baum traditionell am 13. Januar entsorgt wird.

Auch hierzulande erfreut sich der skandinavische Brauch immer größerer Beliebtheit. Meist sind es freiwillige Feuerwehren, Kultur- oder Fördervereine, die zum familienfreundlichen Weihnachtsbaum-Feuer bei Stockbrot und Glühwein einladen. Diese Art der Entsorgung von Christbäumen ist jedoch die schlechteste Option: Die Tannen und Zweige unter freiem Himmel zu verbrennen setzt viel Kohlenstoffdioxid frei.

Benannt ist der Tag nach Knut IV. dem Heiligen, König von Dänemark. Viele Quellen behaupten, er habe festgelegt, die Weihnachtszeit auf 20 Tage zu verlängern. Andere wiederum betiteln dieses Datum als seinen Todestag im Jahr 1086.

Dabei bildet in christlichen Regionen eigentlich der 6. Januar das Ende der Weihnachtszeit und damit das Entfernen der Bäume aus dem heimischen Wohnzimmer. Dafür gibt es in den USA sogar einen eigenen Feiertag – den „Take Down the Christmas Tree“-Tag.

Martin Koch (c) RESORTIMartin Koch von RESORTI:
Wenn Sie sich für das Thema Stadtentwicklung interessieren, dann schauen Sie sich die Themenseite dazu an. Dort haben wir Blogartikel rund um die Bereiche Stadtentwicklung und -gestaltung für Sie gesammelt. 

Das Tannenbaumgeschäft belastet die Umwelt

Das Geschäft mit dem Tannenbaum hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einer Großindustrie entwickelt: Laut dem Hauptverband der Deutschen Holzindustrie werden jedes Jahr rund 29 Millionen Tannen verkauft. Der Baum aus dem heimischen Wäldchen ist logischerweise längst nur noch eine Illusion. Denn die meisten Weihnachtsbäume haben bereits mehrere Kilometer zurückgelegt, bis sie im Wohnzimmer landen.

Der Großteil kommt aus Dänemark oder Irland, nur wenige werden in der Region angebaut. Das geht natürlich auf Kosten des ökologischen Fußabdrucks. Jedoch ist der Schadstoffausstoß durch den Transport nicht der einzige Negativpunkt im Hinblick auf die Umwelt.

Weihnachtsbäume vor Garageneinfahrt - RESORTI-Blog

Der Anbau von Tannenbäumen ist eine Monokultur – RESORTI-Blog

Weihnachtsbäume werden in Monokulturen angebaut. Das bedeutet, dass nur eine Pflanzenart über mehrere Jahre hinweg auf derselben Fläche wächst. Diese Form des Anbaus ist keine natürliche Erscheinung und zerstört somit das ökologische Gleichgewicht.

Der Tannenbaumanbau beeinflusst die Bodenfruchtbarkeit im negativen Sinne, was nach einiger Zeit nicht nur ökologische, sondern auch ökonomische Folgen hat. Achten Sie beim nächsten Tannenbaumkauf also auf Produkte aus der Region.

Der Produktlebenszyklus eines Tannenbaums ist kurz: Fast alle werden geschlagen und nach wenigen Wochen bereits wieder entsorgt. So entsteht jedes Jahr eine enorme Menge an Abfall. Der Baum kann jedoch in den Energiekreislauf zurück gelangen – die ordnungsmäßige Entsorgung vorausgesetzt.

Martin Koch (c) RESORTIMartin Koch von RESORTI:
Christbäume sind längst nicht das größte Abfallproblem rund um die Feiertage: Durch Verpackungen und Geschenkpapier entstehen wahre Müllberge. In unserem Beitrag zu Weihnachtsmüll beleuchten wir das Problem genauer und geben Tipps, wie Sie ihn vermeiden.

So entsorgen Sie Ihren Tannenbaum richtig

Etwa 24,5 Millionen Tannenbäume schmücken jährlich die deutschen Wohnzimmer; allein in Köln sind es etwa 100.000 Tannen. Dass damit eine enorme Menge an Müll entsteht, liegt auf der Hand. Wohin also mit der Tanne und was geschieht nach der Entsorgung damit?

Um den Tannenbaum loszuwerden, gibt es verschiedene Wege. In vielen Städten werden gesonderte Sperrmülltermine eingerichtet, einige Gemeinden holen die Bäume auch gegen eine kleine Spende für den guten Zweck ab. Alternativ kann der Baum zum örtlichen Wertstoffhof oder zu speziell dafür eingerichteten Sammelstellen gebracht werden.

Tannenbäume dürfen Sie einfach über Ihre Biotonne entsorgen. Stellen Sie auf jeden Fall sicher, dass sich keinerlei Weihnachtsschmuck mehr an ihm befindet. Die Entsorgungsbetriebe bzw. die Müllabfuhr informiert in den Gemeinden in der Regel darüber, wie groß der Baum (noch) sein darf, wenn er auf den Müll kommt. Oft darf er 2 Meter nicht überschreiten.

Übrigens: In der Restmülltonne hat der Weihnachtsbaum jedoch nichts zu suchen, genauso wenig wie in der Natur.

Tannenbaumzweige in der Biotonne - RESORTI-Blog

Tannenbäume und Zweige dürfen auch in der Biotonne entsorgt werden – RESORTI-Blog

Was passiert mit Christbäumen nach ihrer Entsorgung?

Stellen Sie die Bäume an die Straße oder geben Sie sie an den Sammelstellen ab, gelangen sie zu den Entsorgungsbetrieben. Falls Sie dann nicht der Kompostierung zugeführt werden, kommen sie in Verbrennungsanlagen. Das sind je nach Schätzungen rund 30-40% aller Christbäume.

Zunächst findet eine Zerkleinerung zu kleinen Holzhäckseln statt. In dieser Form dienen sie als Brennmaterial zum Beispiel in Holzheizwerken. Aus den entsorgten Weihnachtsbäumen entsteht also wieder nutzbare Energie. 700 Tannenbäume können auf diese Weise einen normalen Haushalt ein Jahr lang mit Strom versorgen.

Manche Städte gehen einen ganz anderen Weg, der die Heimwerker erfreuen dürfte: Die Reste der Bäume werden zu Spanplatten verpresst. Und einige Vereine veranstalten regelmäßige Tannenbaum-Weitwurf-Wettbewerbe, deren Erlöse zumeist karitativen Zwecken zufließt.

Die Alternative: Tannenbaum selbst recyceln oder kompostieren

Der ausgediente Tannenbaum erfüllt besonders für Gartenliebhaber einen guten Zweck. Er kann helfen, Blumen und Beete vor aufkommendem oder wiederkehrendem Frost zu schützen. Das geht so:

  • Tannenzweige vom Stamm entfernen,
  • auf den Beeten verteilen oder
  • um die Pflanzen stecken.

Sie schützen Ihre Pflanzen so vor Frost und Wind.

Falls Sie in Ihrem Garten mit eigenem Kompost arbeiten, können Sie Ihren Tannenbaum natürlich auch in diesem Rahmen nutzen. Damit das möglichst gut funktioniert, sollten Sie ihn vorher schreddern bzw. kleinschneiden.

Die Holzstücke können Sie natürlich auch trocknen und danach in Ihrem (geschlossenen) Kamin verfeuern. Achten Sie auf eine genügend lange Trocknungszeit.

Tannenbaum und Mülltonne auf dem Gehweg - RESORTI-Blog

Tannenbäume können zum Abholen vor die Tür bzw. an die Straße gestellt werden – RESORTI-Blog

Christbäume als Futter für Zootiere

Übrigens kann die Tierwelt alten Weihnachtsbäumen, Tannen und Zweigen so einiges abgewinnen: Die Nadelbäume sind beispielsweise für Elefanten eine wahre Delikatesse. Als Spielgerät bieten sie auch Affen, Tigern oder Kamelen eine willkommene Abwechslung.

Allerdings gilt diese praktische Art der Tannenbaumentsorgung in der Regel nicht für Privatpersonen. Um die Sicherheit der Tiere zu gewährleisten bzw. Krankheiten und ähnliches zu vermeiden, kommen diese Nadelbäume in der Regel nur von Händlern. Ansonsten einfach kurz beim städtischen Zoo anrufen.

Tannenbaum mieten – eine nachhaltige Lösung

Bei all diesen Methoden, den Tannenbaum loszuwerden, bekommt er also eine neue Verwendung, ob als Pflanzenschutz oder Energielieferant. Dennoch bleibt es dabei: Durch geschlagene Bäume entsteht jedes Jahr zu Weihnachten eine Menge Müll.

Aber aus Liebe zur Natur auf den Weihnachtsbaum zu verzichten, kommt für viele nicht in Frage.  Deswegen haben sich in letzter Zeit einige Startups mit dieser Problematik auseinandergesetzt. Die Lösung: Weihnachtsbäume mieten. Das schont die Umwelt (da auch der Versand bei vielen Anbietern klimaneutral ist) und produziert keinen Müll.

Je nach Unternehmen ist der Ablauf unterschiedlich, grob funktioniert die Weihnachtsbaum-Vermietung jedoch folgendermaßen:

  1. Die Christbäume werden im Topf oder im Boden gezogen. Sind sie groß genug, können sie als Tannenbaum dienen, ohne dass wichtige Wurzeln entfernt werden.
  2. Ist aus dem Sprössling ein Baum geworden, ist er vor Weihnachten online zu bestellen. Die Kunden haben meist eine Auswahl, die sich in Größe und dementsprechend in Preis unterscheiden.
  3. Logischerweise ist die gute Pflege des Baums enorm wichtig. Hinweise dazu gibt es direkt von den Anbietern.
  4. Nach Weihnachten wird der Baum zeitig wieder abgeholt. Das verhindert eine zu lange Standzeit im Warmen und als Folge davon, dass er  Nadeln verliert oder sogar eingeht.
  5. Der Tannenbaum wird dann in einer Baumschule in die Erde gesetzt und erholt sich dort bis zum nächsten Weihnachtsfest, damit er dann erneut ein Wohnzimmer verziert.

Weitere Informationen zur Entsorgung und zum Recycling von Weihnachtsbäumen