Resorti-Branchennews_36
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Branchennews #36 – Juli 2019

Interessante Meldungen und Beiträge zu den RESORTI-Themenfeldern Stadtentwicklung, Nachhaltigkeit und Umweltschutz aus Deutschland und der ganzen Welt. Mit dabei sind spannende Beiträge zur Förderung der nicht-motorisierten Fortbewegung, zur Gentrifizierung und zum Kampf gegen Plastik in seinen unterschiedlichsten Formen. Viel Spaß mit der 36. Ausgabe unserer Branchennews!

Der aktuelle Copenhagenize Index

Viele Städte arbeiten stetig an einer verbesserten Infrastruktur für Radfahrer. Denn das Rad bietet viele Vorteile für Mensch und Umwelt. Seit 2011 veröffentlicht die Copenhagenize Design Company alle zwei Jahre ein Ranking der Top-20-Fahrradstädte, den Copenhagenize Bicycle-friendly Cities Index. Am 27. Juni 2019 war es wieder soweit und das dänische Unternehmen hat eine Liste der fahrradfreundlichsten Städte der Welt veröffentlicht.

Als fahrradfreundlichste Metropole der Welt hält sich Kopenhagen weiterhin auf dem ersten Platz. Im Gegensatz zum Vorjahr belegt allerdings nicht mehr Utrecht den zweiten Platz im Copenhagenize Bicycle-friendly Cities Index 2019, sondern Amsterdam als bislang stärkster Konkurrent der dänischen Hauptstadt.

Houten in den Niederlanden: Vorfahrt für das Fahrrad

In der 50.000-Einwohner-Stadt Houten in den Niederlanden hat schon vor Jahren eine Verkehrswende stattgefunden. Ein positives Beispiel dafür, wie das Fahrrad das Auto an den Rand drängen kann.

Stadtplanung: Fußgänger im Visier der Forschung

In Zukunft soll innerhalb der Städte immer weniger Platz für Autos eingeplant werden. Stattdessen soll Bussen, Bahnen, Radfahrern und Fußgängern mehr Raum gegeben werden. Dabei wird der Fokus insbesondere auf eine Gruppe Verkehrsteilnehmer gelegt, die in den letzten Jahrzehnten außer Acht gelassen wurden: Fußgänger.

In Karlsruhe testen Forscher gerade, wie Bürgersteige, Straßen und Wege beschaffen sein müssen, damit sich Fußgänger sicher fühlen. Erstaunlicherweise fühlen sich Fußgänger mehr von Radfahrern als von PKWs gestört. Um dem Abhilfe zu verschaffen soll an der Kommunikation zwischen Radfahrern und Fußgängern gearbeitet werden.

Beispielsweise wurden Anzeigetafeln installiert, die die Geschwindigkeit der Radfahrer messen und diesen dann eine Rückmeldung geben. Bis zu einer Geschwindigkeit von zwölf Kilometern ist alles in Ordnung. Doch in der Praxis sind die meisten Radfahrer mit wesentlich höheren Geschwindigkeiten unterwegs. Die Zukunft wird zeigen, ob dem Fußverkehr auf Kosten der Radfahrer und PKWs wirklich mehr Platz eingeräumt wird.

Der neue Atlas der Globalisierung “Welt in Bewegung”

Der neue “Atlas der Globalisierung “Welt in Bewegung” von Le Monde diplomatique hilft dabei, die globalen Umbrüche zu verstehen. Anhand von starken Texten und informativen Grafiken liefert er Antworten auf folgende Fragen: Wird der globale Kapitalismus demnächst aus Peking gesteuert? Wo wachsen die meisten Tomaten? Steht Rotterdam in 70 Jahren unter Wasser? Und was hat Rheinmetall eigentlich in Südafrika verloren?

Parkbänke mit “defensiver Architektur” vs. Metallstühle für jedermann

Damit Parkbänke nicht dazu geeignet sind, Obdachlosen als Schlafplatz zu dienen, findet sich bei diesen öffentlichen Sitzgelegenheiten immer öfters eine sogenannte “defensive Architektur”. Diese beinhaltet eingezogene Armlehnen, die das Hinlegen unmöglich machen. Im Gegensatz dazu finden sich in Paris schon seit hundert Jahren Metallstühle, die jeder benutzen darf. Diese gibt es als aufrechten und als zurückgeneigten Stuhl. In der Theorie sind diese Stühle ein Bild für die Gleichheit aller Menschen.

Vom Mülleimer zum Hotel

Der Designklassiker des dänischen Herstellers Vipp, der metallene zylinderförmige Treteimer mit den zwei Griffen, die rechts und links an seinem Korpus sitzen, feiert dieses Jahr seinen 80. Geburtstag. Anlässlich dessen gibt es nun die sogenannten Vipp-Hotels. Dabei handelt es sich um eine Ferienwohnung und um zwei Ferienhäuser in Kopenhagen und Schweden. Alle drei im nordisch-reduzierten Stil gestalteten Beherbungsbetriebe sind eine Art bewohnbarer Showroom für die Line Extensions von Vipp wie Küchen, Geschirr, Leuchten, Stühle, Tische, Sofas.

Über die Gentrifizierung in New York

Jeremiah Moss lebt im ehemaligen New Yorker Boheme-Viertel East Village. Vor rund zehn Jahren hat er damit begonnen auf seinem Blog „Jeremiah’s Vanishing New York“ das Verschwinden all der kleinen Läden, Cafes, Bars und Clubs und somit den Verlust der Seele des Viertels zu dokumentieren.

Daraus entstanden ist das Buch „Jeremiah’s Vanishing New York – How a Great City Lost its Soul.” Es beklagt den Immobilienkapitalismus, der die Seele kleiner Viertel vernichtet. Gleichzeitig informiert es auf kluge Weise über die Dynamik der Gentrifizierung, mit der heute beinahe alle großen Städte der industrialisierten Welt zu ringen haben.

Stadt ist attraktiverer Lebensraum für Bienen als Land

Eine neue Studie zeigt, dass Städte mittlerweile geeignetere Lebensräume für Bienen sind als landwirtschaftlich genutzte Gebiete. So sammeln die Bienen in Städten bis zu der doppelten Menge an Honig wie ein durchschnittliches Landbienenvolk. Dies lässt sich unter anderem darauf zurückführen, dass Bienen in urbanen Gebieten aufgrund eines abwechslungsreichen und kontinuierlichen Blütenangebots sowie eines deutlich verminderten Pestizideinsatzes mehr Nahrung finden als die Artgenossen in ländlichen Regionen.

Denn hier begrenzen Monokulturen das Nahrungsangebot auf eine bestimmte Sorte und vor allem auf einen bestimmten Zeitraum im Kalender. Außerdem hat der starke Einsatz von Düngmitteln zu einem Rückgang von Wildblumen gesorgt. Neben den Erträgen haben das Nahrungsangebot sowie der Einsatz von Pestiziden auch einen Einfluss auf die Gesundheit der Bienen, so dass die Vitalität der urbanen Bienenvölker größer ist.

Der internationale plastiktütenfreie Tag

Um auf die große Menge an Plastiktüten aufmerksam zu machen, feiert man jedes Jahr am 3. Juli den internationalen plastiktütenfreien Tag. Dieser soll zeigen, dass eine Welt ohne Plastikbeutel möglich ist und dass es viele nachhaltige Alternativen gibt. Denn von der Produktion bis zur Entsorgung setzt die Plastiktüte viele klimaschädliche Gase frei. Landet sie in der Umwelt, braucht sie bis zu 400 Jahre, bis sie verrottet ist. Aktuell werden in Deutschland pro Minute eindeutig zu viele Plastiktüten an den Konsumenten herausgegeben.

Das Meeressäuberungsprojekt “The Ocean Cleanup” startet wieder

Nachdem das Projekt “The Ocean Cleanup” wegen einer Panne gestoppt werden musste, wird nun ein zweiter Versuch gestartet. Die letzten Monate hat das Team von “The Ocean Cleanup” damit verbracht, den Meeresstaubsauger zu reparieren und Schwachstellen auszumerzen. „System 001/B“ soll unter anderem stabiler sein und über eine modularere Bauweise verfügen. Durch die Module ist es möglich, Änderungen auch direkt auf dem Wasser umzusetzen.

Stuttgarter Getränkehändler sagt Plastikflaschen den Kampf an

Ein Stuttgarter Getränkehändler will den Umweltschutz vorantreiben und seine Branche zum Umdenken bewegen. Er hat seine Kunden dazu aufgerufen, keine Plastikflaschen und Dosen mehr zu kaufen, sondern auf umweltfreundlichere Mehrwegflaschen aus Glas zu setzen. Ab August will er vollständig auf Plastik in seinem Markt verzichten. Wünschenswert wäre, zöge die Industrie an einem Strang. In dem Fall hätte der Verbraucher keine Wahl und umweltschädliche Plastikflaschen würden der Vergangenheit angehören.

Lego sucht nach grünem Plastikersatz

Das dänische Unternehmen Lego ist derzeit verzweifelt auf der Suche nach Rohstoffen, die Plastik als Baustoff der kleinen Plastiksteine gleichwertig ersetzen können. Lego hat sich selbst das Versprechen abgenommen, bis 2030 das umweltschädliche Plastik durch nachhaltige Materialien zu ersetzen. Allerdings ist die Umweltbelastung, die mit Legosteinen einhergeht, vergleichsweise gering, denn das Spielzeug gilt als langlebig.

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