Die 10 fahrradfreundlichsten Städte der Welt

Fahrräder werden in Großstädten immer beliebter: Einheimische und Besucher steigen aus Überzeugung auf den Drahtesel um. Viele Städte haben den Trend erkannt und investieren in die Infrastruktur für Radfahrer. Den Titel der fahrradfreundlichsten Stadt trägt Kopenhagen – die dänische Haupstadt gilt zudem als Vorbild für andere Fahrradstädte weltweit.

Doch wie misst man diese zunehmende Fahrradfreundlichkeit der Städte? Die Copenhagenize Design Company hat dazu den Copenhagenize Index definiert und Bewertungskriterien wie die Fahrrad-Infrastruktur, Radfahrer-Akzeptanz und radfahrergerechte Stadtplanung aufgestellt.

Fahrradstadt – Was ist das?

In Fahrradstädten hat das Radfahren bei Einheimischen und Besuchern eine besonders große Bedeutung. Das Rad gehört  dort zu einem häufig genutzten Verkehrsmittel und diese Fahrradkultur wird von der Stadtpolitik unterstützt.
Gerade in Kopenhagen sind Fahrradfahrer willkommen – die dänische Hauptstadt trägt den Titel „Fahrradfreundlichste Stadt der Welt“ und will die Fahrradfreundlichkeit der Metropolen mithilfe eines weltweiten Rankings erhöhen.
Doch auch Deutschland zieht nach: als deutsche Fahrradstädte gelten Münster und Freiburg im Breisgau; im Norden Deutschlands radelt man in Hamburg, Bremen und Oldenburg besonders viel.

Ebenfalls im Ranking der deutschen Fahrradstädte vertreten sind Erlangen und Bocholt. Berlin steht als bisher einzige deutsche Stadt in den Top 10 auf der Liste der weltweit fahrradfreundlichsten Städte.

Wenn Sie Fahrrad-Fan sind, dann schauen Sie sich unsere Übersichtsseite Radeln mit RESORTI an. Dort gibt es Themen rund ums Rad: Tourtipps, Geschichten, Innovationen.

Fahrradfreundlichkeit in Städten messen – der Copenhagenize Index

Mithilfe von 13 Bewertungskriterien vergibt die Copenhagenize Design Company mit diesem Index Noten und Bewertungen an weltweite Metropolen mit mehr als 600.000 Einwohnern. Seit 2011 wird er alle zwei Jahre aktualisiert, der aktuelle Stand ist der von 2015.

So wird die Entwicklung im Großstadt-Radverkehr verfolgt und bewertet. Mittlerweile hat sich die Bezeichnung Copenhagenize zum Synonym für die gezielte Subvention des Radverkehrs entwickelt. Dabei unterstützt die Förderung den Metropolenumbau zu lebenswerten Städten. Und welche Städte entsprechen den  Kriterien für Fahrradfreundlichkeit ebenfalls?

Zu den Kriterien, die beim Copenhagenize Index berücksichtigt werden, gehören:

  • Bike-Sharing-Programme
  • Fahrrad-Infrastruktur
  • Fahrradkultur
  • Akzeptanz von Radfahrern
  • Verkehrsberuhigung

Dazu gehört auch Stadtmobiliar wie Ständer oder Fahrradüberdachungen. Schließlich ist ein sicherer Standort für die Unterbringung essentiell – und aus deutschen Städten wissen viele Radfahrer, dass es selbst bei diesem Punkt bereits oft hapert.

Zur Zweirad-Infrastruktur gehört zumindest indirekt auch die Kombination mit bzw. die Integration von öffentlichen Verkehrsmitteln. Sei es die Fahrradmitnahme in Zügen oder das sichere Abstellen in der Nähe von Bahnhöfen in Fahrradgaragen – je besser die Situation, desto leichter fällt vielen der Umstieg aufs Rad.

Weiterhin werden Entwicklungen in der Städteplanung und Entscheidungen der Politik einbezogen. Jede Stadt kann beim Index bis zu zwölf Bonuspunkte sichern. Sie werden für besondere Ergebnisse und Anstrengungen vergeben. Eine Liste mit Links zu weiteren Informationen über die zehn fahrradfreundlichsten Städte und den Copenhagenize Index finden Sie am Ende dieses Artikels.

Bild Leihfahrräder in Barcelona - Die 10 fahrradfreundlichsten Städte der Welt RESORTI-Blog

Die 10 fahrradfreundlichsten Städte der Welt

Das sind die vom Copenhagenize ausgezeichnetenTop 20 der weltweit fahrradfreundlichsten Städte

  • 1. [2]Kopenhagen
  • 2. [1]Amsterdam
  • 3. [3]Utrecht
  • 4. [neu] Strassburg
  • 5. [8] Eindhoven
  • 6. [9] Malmö
  • 7. [6] Nantes
  • 8. [5] Bordeaux
  • 9. [7] Antwerpen
  • 10. [4] Sevilla
  • 11. [17] Barcelona
  • 12. [10] Berlin
  • 13. [neu] Ljubljana
  • 14. [neu] Buenos Aires
  • 15. [11] Dublin
  • 16. [neu] Wien
  • 17. [19] Paris
  • 18. [neu] Minneapolis
  • 19. [20] Hamburg
  • 20. [14] Montréal

Zehn dieser Städte, in denen die Fahrradkultur einen besonders hohen Stellenwert hat, haben wir uns genauer angesehen. Einige davon wurden vom Copenhagenize Index ausgewählt, andere nicht. Vor diesem Hintergrund listen wir Ihnen im Folgenden die RESORTI Top10 der internationalen Fahrradstädte.

Die fahrradfreundlichste Stadt der Welt: Kopenhagen radelt vorweg

In Kopenhagen ist das Fahrrad das Verkehrsmittel Nummer eins. Unter den fahrradfreundlichsten Städten der Welt nimmt die dänische Hauptstadt mittlerweile eine besondere Position ein: Zum einen ist sie für andere Städte weltweit ein wichtiges Vorbild,  zum anderen will Kopenhagen bis 2050 eine CO2-neutrale Stadt werden.

Um dies zu erreichen, wird das Radfahren besonders stark unterstützt. Die Leistungen sind beachtlich, denn die Kopenhagener selbst bewältigen jeden Tag immerhin stolze 1,2 Millionen Kilometer mit ihrem Fahrrad. Kopenhagen hat sehr viel in die Infrastruktur für Radfahrer investiert. So entstanden in den letzten Jahren beispielsweise:

  • eine Autobahnüberbrückung
  • an Fahrradzeiten angepasste Ampeln
  • der Bicycle Snake als 235 m lange Geh- und Radwegbrücke

Zwischen zwei der weltweit fahrradfreundlichsten Städten gibt es sogar eine Verbindung für Radfahrer: Den Radweg Berlin-Kopenhagen mit einer Länge von 650 Kilometern.

Sarah Greb von RadBonus:
„Viele Faktoren entscheiden über die Fahrradfreundlichkeit von Städten. Wichtig ist die Akzeptanz in der Gemeinde. Als Radfahrer fühlt man sich nur wohl, wenn man die richtige Wertschätzung erfährt. Dazu muss ein stärkerer Fokus auf umweltfreundliches Denken seitens der Stadt entstehen: neue Radwege und Fahrradampeln anlegen und die Straßen verkehrssicherer gestalten.“

Auf dem Rad durch Amsterdam: 400 km Radwegenetz 

Wer Amsterdam besuchen möchte, kann mit ruhigem Gewissen sein Fahrrad mitnehmen. Die niederländische Hauptstadt ist ein Paradies für Radfahrer, die hier täglich etwa zwei Millionen Kilometer zurücklegen. Das Radwegenetz umfasst in Amsterdam rund 400 Kilometer. Radler können auf 90 Prozent der Wege bedenkenlos sicher fahren. Es gibt in Amsterdam rund 750.000 Einwohner. Diesen stehen rund 600.000 Fahrräder gegenüber.

Zufrieden gibt sich die Stadt mit der Entwicklung noch nicht. Insgesamt 200 Millionen Euro sollen in den kommenden Jahren noch in die Fahrradfreundlichkeit fließen. Für Radfahrer gibt es kaum Einschränkungen. Sie dürfen beinahe alle Wege benutzen. Doch politisches Engagement ist hier vor allem gefragt, um die Position im Copenhagenize Index zu behalten.

Straßburg mit dem Fahrrad entdecken

Straßburg gehört zu den Städten, die es erst in jüngster Vergangenheit in den Copenhagenize Index geschafft haben. Dabei gehört sie gerade in Frankreich selbst schon seit langer Zeit zu den fahrradfreundlichsten Städten. Wer in Straßburg schnell von A nach B kommen möchte, kann den Autoschlüssel hängen lassen und das Rad nutzen.

Radwege gibt es in Straßburg viele, sie führen auf insgesamt 536 km durch die Stadt. Sehr lobenswert ist Vélhop. Hierbei handelt es sich um ein besonderes Bike Sharing System. Es bietet viele extra ausgestattete Räder beispielsweise mit Kindersitzen.

Bild Fahrrad in der Stadt - Die 10 fahrradfreundlichsten Städte der Welt RESORTI-Blog

Die 10 fahrradfreundlichsten Städte der Welt

Fahrradfreundliches Malmö – Schwedens Vorbild

Die Schweden machen es ihrem dänischen Nachbarn nach. Auch hier liegt Fahrradfreundlichkeit im Trend. Insbesondere Malmö nimmt im Land eine Vorreiterrolle ein und gilt als besonders radfreundlich. Sie ist die fahrfreundlichste Stadt, die das Land zu bieten hat.

Neben einem erstklassigen Radwegenetz glänzt Malmö mit 28 Kreuzungen, an denen die Räder Vorfahrt haben. Auf den knapp 500 Kilometer Radwegen gibt es zahlreiche Pumpstationen. Das sorgt dafür, dass bereits jetzt etwa 30 Prozent aller Fahrten mit dem Rad zurückgelegt werden. Es gibt in Malmö sogar ein eigenes Fahrradparkhaus, das sich direkt am Bahnhof befindet – Fahrrad-Einzelparker oder andere klassische Verschlussmöglichkeiten kämen mit dem Aufkommen wahrscheinlich gar nicht mehr zurecht.

Anwerpen: Radfahrer willkommen!

Es war eine Überraschung, als es Antwerpen das erste Mal in die Top 10 des Copenhagenize Index schaffte. Die Ambitionen der belgischen Stadt waren groß. Immerhin wollte Antwerpen selbst den Spitzenplatz einnehmen.

Dies wurde von den Entscheidern des Copenhagenize Index jedoch verneint, was insbesondere auf urbane Probleme zurückzuführen ist. Fahrradfreundlich ist Antwerpen trotz allem, denn die Stadt hat unzählige Fahrradanlehnbügel und andere -ständer sowie Leihstationen zu bieten. Darüber hinaus ist die Infrastruktur stark auf Radfahrer ausgerichtet.

Bild RadBonus Sarah GrebSarah Greb von RadBonus:
„Es gibt viele Kampagnen und Initiativen, die das Radfahren interessanter und lohnenswerter machen. Werbung für das Radfahren sowie positive Medienberichterstattungen würden zudem für mehr Aufmerksamkeit innerhalb der Gemeinde sorgen. Dies würde dazu führen, dass viel mehr Menschen das Fahrrad dem Auto vorziehen.“

Sevilla: Radelndes Vorbild für Andalusien

Mit Sevilla schafft es eine von zwei spanischen Großstädte ins Ranking der fahrradfreundlichsten Städte weltweit. Sevilla hat sich vor allem in den vergangenen Jahren deutlich weiterentwickelt. Lag der Anteil der Fahrräder lange Zeit nur bei 0,2 Prozent, konnte er auf 7 Prozent gesteigert werden. Hierfür hat die Stadt erheblich in eine fahrradfreundliche Infrastruktur investiert.

Es entstand ein hervorragend ausgebautes Fahrradwegenetz. Darüber hinaus gibt es hier ein umfassendes Bike-Sharing-Angebot. Eine Vorbildfunktion nimmt Sevilla indes für das gesamte Andalusien ein.

Sichere Radwege in Barcelona

Neben Sevilla nimmt Barcelona eine Vorreiterrolle in Spanien ein. Das Fahrrad-Verleih-System gibt es hier schon seit 2002. Als katalanische Hauptstadt hat Barcelona seine Fahrradinfrastruktur in den letzten Jahren erheblich verbessert. Viele Radwege sind hier von den Autostraßen deutlich getrennt.

In Barcelona gibt es zudem mehrere Zonen mit Tempo 30. Für Touristen gibt es mehrere Themenradwege, die dazu einladen, die Stadt von verschiedenen Seiten zu entdecken.

Bild Fahrradständer - Fahrradstädte weltweit RESORTI Blog

Fahrradstädte weltweit

Deutschlands Fahrradstadt: Berlin 

Berlin wäre nicht eine Metropole von Weltformat, wenn die Stadt nicht am Trend der Fahrradfreundlichkeit festhalten würde.  Zwar kann sich die Stadt in Sachen Sicherheit für Radfahrer noch nicht mit Lorbeeren schmücken, doch der Anteil der Fahrräder ist schon jetzt beachtlich. Der Senat will den Anteil weiter erhöhen. Liegt er jetzt bei rund 13 Prozent, soll er in den kommenden Jahren auf 18 bis 20 Prozent steigen. Insgesamt gibt es in Berlin übrigens schon 900 Kilometer Radwege, von denen zwölf Routen wie ein Stern in die Außenbezirke führen. Ausgangspunkt ist hier der Schlossplatz.

Wer sich über Innovationen, Touren und Zubehör rund um das Rad informieren will, besucht eine der vielen Fahrradmessen in Deutschland.

bild fahrrad - fahrradfreundliche Städte Mela Holcomb von Allthatiwant.com:
„Das Rad ist auf jeden Fall die schnellste und zeitsparendste Mobilitätsoption, um sich durch den Stadtverkehr zubewegen. Zeitersparnis bedeutet für mich mehr Lebensqualität. Was für mich eine fahrradfreundliche Stadt ausmacht? Sicherheit und Ausbau, aber auch Zustand der Radwege: Ist der Radverkehr getrennt vom Autoverkehr, gibt es Fahrradschnellstraßen (siehe Kopenhagen), ist der Straßenbelag frei von Schlaglöchern?“

Fahrradstadt mit Ambitionen: Paris

Auch Frankreichs Hauptstadt Paris hat die Vorzüge des Fahrrads erkannt und unterstützt die Entwicklung hin zur fahrradfreundlichen Metropole. Nachdem Rennes schon 1998 ein Fahrradverleihsystem einführte, folgte kurze Zeit später auch Paris. Bis 2020 hat die französische Haupstadt das Ziel, eine der bedeutendsten Fahrradstädte der Welt zu werden und investiert dafür in den Ausbau des Radverkehrsnetzes.

Das Rad gehört zu Paris mittlerweile wie der Eiffelturm. Es gibt in Frankreichs Hauptstadt schon 1700 Leihstationen für Fahrräder. Damit ist es eines der größten Leihradsysteme weltweit. Das Stadtrad wird mittlerweile von mehr als 250.000 Parisern verwendet, die gemeinsam täglich über 140.000 Touren radeln. Wer sich kein Fahrrad kaufen will, für den ist ein Leasing-Fahrrad eine gute Alternative.

Radeln in Tokio

Auch in Tokio lässt es sich gut radeln. Die japanische Metropole setzt auf ein striktes Verkehrssicherheitstraining. Dadurch soll das Empfinden von Fahrern der motorisierten Fahrzeuge gegenüber Radfahrern entscheidend verbessert werden. Darüber hinaus bietet die Großstadt allerhand Parkmöglichkeiten für den Drahtesel.

Martin Koch (c) RESORTIMartin Koch von RESORTI:
„Fahrradfreundlichkeit von Städten ist ein wichtiger Faktor für den Umweltschutz, da das Fahrrad nur durch die richtigen Rahmenbedingungen innerhalb der Städte zur Alternative zum Auto werden kann. Dazu möchten auch wir mit unserem Sortiment an Fahrradständern einen Beitrag leisten.“

Weltmetropolen investieren in Fahrradfreundlichkeit 

Vor allem angesichts der weltweiten Bemühungen im Klimaschutz spielen CO2-Neutralität und gute CO2-Bilanzen in vielen weltweiten Städten eine entscheidende Rolle. Um diese zu erreichen und einem internationalen Trend zu folgen, investieren immer mehr Städte mittlerweile in ihre Fahrradfreundlichkeit und bauen die Infrastruktur entsprechend aus.

Neben den genannten Städten gibt es sowohl in Europa als auch weltweit viele Städte mit großen Ambitionen. Den positiven Einfluss des Radfahrens auf Umwelt und Gesundheit anzupreisen ist auch das Ziel des Europäischen Tag des Fahrrades, der seit 1998 am 03.06. begangen wird.

Wie wichtig ist Fahrradfreundlichkeit?

Martin Moschek kennt sich aus mit dem Radfahren weltweit: Er ist bereits über 60.000 km weit durch 49 Länder geradelt und berichtet auf seinem Blog über die Touren. Aus seiner Sicht sind gegenseitiges Verständnis, Respekt und Mündigkeit von allen Verkehrsteilnehmern Voraussetzung für die Fahrradfreundlichkeit von Städten: „Erst dann kann man miteinander und ohne Vorurteile und Scheuklappen eine neue urbane Mobilität entwickeln, die alle weiterbringt.“

Kritisch sieht er dabei eine zu starke Fokussierung auf denn Radfahrer bei der Stadtplanung, denn dann besteht die Gefahr einer zu einseitigen Entwicklung.

Weitere Informationen zur Fahrradfreundlichkeit von Großstädten

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