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Branchennews #30 – Januar 2019

Interessante Meldungen und Beiträge zu den RESORTI-Themenfeldern Recycling, Umweltschutz und Stadtentwicklung aus Deutschland und der ganzen Welt. Mit dabei sind spannende Beiträge zur allgegenwärtigen Problematik der großen Mengen an produziertem Müll. Doch es gibt auch Wege von der Wegwerfgesellschaft hin zu effizienter Wiederverwertung. So sensibilisiert beispielsweise der Verein „Restlos Glücklich” schon Kinder für Lebensmittelverschwendung und die Stadt Tübingen führt eine Steuer auf Einwegverpackungen ein. Auch das Thema Luftsauberkeit in Städten kommt in unseren aktuellen News nicht zu kurz. Viel Spaß beim Lesen der 30. Ausgabe unserer Branchennews!

Kunststoffrecycling in Deutschland: Wo, wie und was wird verwendet?

Im September 2018 wurden die Ergebnisse der Studie “Stoffstrombild Kunststoffe in Deutschland 2017” veröffentlicht. Auftraggeber dieser Studie war der BDE – Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser und Rohstoffwirtschaft e.V. Die Studie liefert ein umfassendes Stoffstrombild für den Werkstoff Kunststoff in Deutschland und umfasst die Bereiche Produktion, Verarbeitung und Verbrauch, Abfallaufkommen und Verwertung sowie Kunststoffrezyklat und deren Einsatzgebiete.

Einer der Kernpunkte: Der Kunststoffverbrauch beim Endverbraucher stieg in den vergangenen beiden Jahren an und beläuft sich im Jahr 2017 insgesamt auf rd. 11,8 Mio. t. Durch die Erhebung, Dokumentation und Veröffentlichung ist eine kontinuierliche Darstellung der Entwicklung der Kunststoffbranche in Deutschland sowohl im öffentlichen und gewerblichen Bereich als auch bei den privaten Endverbrauchern möglich.

Deutschland zieht Bilanz: Zu große Massen an produziertem Müll

Im vergangen Jahr ist in Deutschland insgesamt mehr Müll angefallen, wie eine Analyse des Statistischen Bundesamts zeigt. Insgesamt wirft jeder Deutsche im Schnitt 462 Kilogramm Abfall pro Jahr weg. Dazu gehören auch Wertstoffe wie Verpackungen, Papier und Glas sowie Sperrmüll. Insgesamt wurden 38,3 Millionen Tonnen Abfälle bei den Haushalten eingesammelt. Es lassen sich jedoch auch positive Entwicklungen verzeichnen: Deutschland sammelt mehr Bioabfälle ein. Grund für die positive Entwicklung sei die Einführung der Biotonne und die damit zusammenhängende Pflicht, organische Abfälle getrennt zu verwerten. Allerdings gibt es ein Problem, denn immer wieder findet sich Plastikmüll in den Biotonnen.

“Jede Dose zählt”: Recycling ohne Limit

Gib der Dose eine zweite Chance – das ist das Motto von „Jede Dose zählt“, einer Initiative, die die Sammlung von Getränkedosen in den Vordergrund stellt.  Getränkedosen sind aus unserem Alltag nicht wegzudenken. Viele Menschen wissen jedoch nicht, wie man sie richtig entsorgt und dass Aluminium nahezu unendlich oft und ohne Qualitätsverlust wiederverwertbar ist. So sind 75 % des jemals produzierten Aluminiums auch heute noch im Umlauf. Recycling spart im Vergleich zur Neuproduktion von Dosen rund 95 % der Energie. Oder anders herum: Nur 5 % jener Energie, die die Produktion einer neuen Dose benötigt, werden für das Wiedereinschmelzen der Alu-Dose benötigt. “Jede Dose zählt” setzt hier an und fördert das Recycling von Getränkedosen – und RESORTI unterstützt das Projekt.

Fast Fashion geht zu Lasten von Altkleidersammlungen

Auf der einen Seite sind die Altkleidercontainer gegenwärtig so voll wie nie, auf der anderen Seite steht die Branche vor einem ungeahnten Problem: Die ausrangierten Klamotten haben eine zu schlechte Qualität, um sie secondhand anzubieten. Selbst als Putzlappen taugen sie oftmals nicht. Das Konzept der Altkleiderentsorgung ist normalerweise so gedacht, dass selbst bei wohltätigen Organisationen ein Großteil der Spenden an Profi-Verwerter verkauft wird. Dies liegt daran, dass viel mehr zusammenkommt als die Organisation selbst benötigt.

Die Verkaufserlöse finanzieren aber soziale Projekte sowie das Recyclingsystem finanziert, so dass darin letztlich die Spende besteht. Aufgrund der Fast-Fashion-Bewegung nimmt der Anteil der noch tragbaren Teile entsprechend ab. Sollte sich dieser Trend weiter fortsetzen, kann sich das System irgendwann nicht mehr selbst finanzieren.

Feinstaub-Bilanz nach Silvester – kritische Werte in vielen Städten

Am Neujahrstag 2019 wurden in mindestens 20 deutschen Großstädten kritische Tagesmittelwerte bezüglich des Feinstaubs gemessen. Dabei sieht eine EU-Verordnung vor, dass der Grenzwert von 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft nur an 35 Tagen im Jahr überschritten werden darf. Diesen Wert haben viele Städte allerdings bereits am 1. Tag des Jahres erreicht. Der Grund: Zu viele Böller und Raketen sowie ein Mangel an Wind und Regen. Dies hätte für eine schnellere Verteilung des Feinstaubs gesorgt, sodass die Werte weniger kritisch ausgefallen wären. An den tatsächlichen Mengen der belastenden Stoffen und damit der Umweltverschmutzung hätte dies allerdings nichts geändert.

Weg von der Wegwerfkultur: Steuer auf Einwegverpackungen

Immer mehr Menschen lassen sich ihr Essen nach Hause liefern, oder sie holen es selbst im Restaurant ihrer Wahl ab. Das ist bequem und jedenfalls einfacher als selber kochen. Macht man sich die dadurch produzierten Mengen an Verpackungsmüll bewusst, wird es dagegen ziemlich unbequem. Tübingen plant nun die Einführung einer Steuer auf Einwegverpackungen von Geschäften, Cafés und Imbissbuden. Ziel der Maßnahme sei letztlich, ein Mehrweg- oder Pfandsystem durchzusetzen, sagte Oberbürgermeister Boris Palmer.

Rückschlag für The Ocean Cleanup

Seit Mitte Oktober ist der erste Meeresstaubsauger namens „System 001“ beziehungsweise „Wilson“ im Einsatz. Das neue Jahr beginnt für das Team von The Ocean Cleanup nun allerdings mit einem Rückschlag: Ein 18 Meter langes Endstück des Geräts hat sich vom Rest des Systems abgetrennt. Dieses ist zwar durch Stabilisatoren an Wilson fixiert und deshalb nicht verloren gegangen. Allerdings sind an ihm Sensoren befestigt, sodass die Kommunikation nun gestört ist. Ein Schiff wird das rund 600 Meter lange Gerät daher nun wieder zurück zu einem Hafen schleppen.

Die folgenden Wochen und Monate will das Team von The Ocean Cleanup das System verbessern und die Schwachstellen beheben. Neben dem abgetrennten Endstück gibt es noch eine weitere Herausforderung: System 001 hat zwar erfolgreich Plastik aus dem Wasser gefischt, immer wieder gelangt jedoch bereits aufgesaugtes Plastik wieder zurück ins Wasser, bevor es abtransportiert werden konnte. Das Team ist aber zuversichtlich, The Ocean Cleanup 2019 voll funktionsfähig zu bekommen.

Menge an Verpackungsmüll konnte bislang nicht reduziert werden

Der Verpackungsverordnung ist es bislang nicht gelungen, dafür zu sorgen, dass weniger Verpackungsmüll anfällt. Das neue Verpackungsgesetz hat das Ziel, künftig mehr Verpackungen als bisher zu recyceln und auf diese Weise dem Wertstoffkreislauf zuzuführen. Das bedeutet: Im Zuge dessen gelten nun viel höhere Quoten, so dass Kunststoffe wiederverwertet und nicht verbrannt werden.

Patenschaft für Sitzbänke

In vielen Parks weisen kleine Messingschilder, auf den Rückenlehnen der Bänke darauf hin, dass es sich hierbei um Spenden für die Allgemeinheit handelt. Die Beweggründe für diese Bankpatenschaften sind vielfältig: Sei es für die Allgemeinheit  einen schönen Platz zum Ausruhen zu schaffen, als Ort der Erinnerung anstelle eines Grabs oder als Geschenk für eine bestimmte Person – aber auch in diesem Fall darf natürlich jeder Passant darauf sitzen.

Einer der Spender ist der 77-jährige Rentner Willi Gehrke. Er geht gerne in den Britzer Garten in Berlin. Doch die Bank, die eigentlich dazu einladen sollte, den Park zu genießen, war verfault. Da hat er diese mit seinem Geld erneuern lassen. Sieht er, wie jemand auf seiner Bank sitzt, möchte er nicht etwa seinen Anspruch geltend machen, sondern freut sich, dass sie jemandem eine Möglichkeit zum Verweilen bietet. Die Bankpatenschaften zeigen: Manche Besitztümer machen ganz besonders viel Freude, wenn man sie mit anderen Menschen teilt.

Gegen Lebensmittelverschwendung: Workshops für Grundschulkinder

Lebensmittelverschwendung findet in allen Stationen eines Lebensmittels statt: beim Anbau, wenn die Ernte nicht der Norm entspricht, in der Industrie bei der Verarbeitung, im Handel und schließlich beim Verbraucher. Doch die schockierende und zugleich gute Nachricht: 62 Prozent aller weggeworfener Lebensmittel stammen aus Privathaushalten. 82 Kilo Lebensmittel wirft jeder Deutsche im Durchschnitt jährlich weg. Mindestens die Hälfte all dieser Abfälle wäre ohne Weiteres vermeidbar.

Die Gründe, warum es trotzdem dazu kommt, sind laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft fehlende Wertschätzung von Lebensmitteln, aber auch mangelndes Wissen über korrekte Lagerung, Einkaufsplanung und mögliche Verwendbarkeit abgelaufener Lebensmittel. Und daher sind diese Zahlen zugleich auch eine gute Nachricht, denn sie zeigen, dass jeder dem Wegwerfwahn ein Ende setzen kann. Der Verein „Restlos Glücklich” sagt der Lebensmittelverschwendung den Kampf an, unter anderem mit Workshops für die Verbraucher von morgen: Kinder. In diesen Kursen lernen bereits Grundschüler spielerisch einen bewussteren Umgang mit Lebensmitteln.

Radfahrinitiativen für eine Verkehrswende

Die Unzufriedenheit unter Radfahrern ist so groß, dass viele etwas ändern wollen. Menschen in der ganzen Republik schließen sich deshalb in Radfahrinitiaiven zusammen und werden aktiv. Ihr Ziel: eine Verkehrswende. Warum ist die Radwende nötig? Warum wird die Politik nicht von selbst tätig. Warum gibt es die Verkehrswende von unten? Was treibt sie an? Mit welchen Problemen haben sie zu kämpfen? Darüber diskutieren die Moderatoren mit ihren Gästen in der neuen Episode des Radfunks.

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