Resorti-Branchennews_38
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Branchennews #38 – September 2019

Interessante Meldungen und Beiträge zu den RESORTI-Themenfeldern Stadtentwicklung, Nachhaltigkeit und Umweltschutz aus Deutschland und der ganzen Welt. Mit dabei sind spannende Beiträge zur Gestaltung von klimafreundlichen Städten, zu Parkbänken, die mehr als reine Sitzgelegenheit sind und zum Kampf gegen die zunehmende Vermüllung unserer Erde. Viel Spaß mit der 38. Ausgabe unserer Branchennews!

App zur Meldung von Falschparkern

Oftmals gefährden falsch geparkte Fahrzeuge andere Verkehrsteilnehmer. Nun wehren sich immer mehr Radfahrer dagegen, indem sie solche Verstöße per Handy-App an die Ordnungsämter melden. Teilweise verfolgen die jeweiligen Ordnungsämter diese Vergehen. Allerdings ist dies nicht verpflichtend. Uschi Götz berichtet für Deutschlandfunk über die Dokumentation der Verkehrsdelikte von Autofahrern und die Förderung des Radverkehrs im Allgemeinen.

Die Organisation einer Metropole am Beispiel Tokios

Die Bevölkerungsdichte in der Stadt Tokio ist größer als jene von Berlin, London oder Madrid. Doch das Megacity-Gefühl stellt sich selten ein. Felix Lill widmet sich in Die Zeit der Frage, wie diese Stadt funktionieren kann: Warum sind Tokios Straßen nicht verstopft? Wieso ist es hier so sauber?

Ein gravierender Faktor besteht darin, dass die Müllabfuhr dreimal pro Woche kommt. Beeindruckend ist, dass die Stadt trotz nicht vorhandener öffentlicher Mülleimer keine vermüllte Metropole ist. Die Menschen tragen ihren Abfall mit sich herum, bis sie zu Hause sind, wo sie ihn dann wegwerfen. Landet doch einmal etwas auf dem Boden, ist sofort einer von 4.400 Straßenreinigern zur Stelle.

Dadurch, dass das Bahnnetzwerk in Tokio extrem dicht ist, verzichtet die Mehrzahl der Menschen auf das Auto, um innerhalb der Stadt Wege zurückzulegen. Aus diesem Grund sind die Straßen nicht überfüllt und es gibt verhältnismäßig wenig Verkehrstote. Weiterhin kann die Tatsache, dass das Leben in der japanischen Hauptstadt so problemlos funktioniert, darauf zurückgeführt werden, dass die Menschen hier sehr regelkonform sind.

Außerdem hat Tokios Stadtverwaltung alle paar Straßen kleine Feuerwachen in den Erdgeschossen und an der Ecke eines jeden Häuserblocks einen Mini-Supermarkt eingerichtet. Dies führt dazu, dass die Kunden zu Fuß dort hin gelangen können und die Läden nicht übermäßig voll sind. Fest steht, dass die japanische Hauptstadt zu einer wichtigen Erkenntnis gelangt ist – und zwar, dass für eine reibungslose Organisation viel Kleines meist erfolgreicher als wenig Großes ist.

Planstädte: Auf der Suche nach Perfektion

Da Jakarta auf einem Sumpf gebaut ist, führt der steigende Meeresspiegel zunehmend zu Problemen. Um dieses Problem zu lösen, hat Indonesien beschlossen, mitten im Dschungel eine neue Hauptstadt zu bauen. Ab 2024 beginnt der Umzug. Gegenwärtig werden vielerorts solche Planstädte verwirklicht. detektor.fm-Moderatorin Yvi Strüving hat mit Carsten Butsch, der an der Universität zu Köln zu Stadtgeographie forscht, über Planstädte und die Verlegung von Regierungssitzen gesprochen.

Der Klimawandel und die Städteplanung

Der Klimawandel führt zu einer deutlichen Zunahme von sommerlichen Hitzeperioden sowie zu Starkregenereignissen. Aus diesem Grund kommt schattigen Plätzen und Frischluftschneisen innerhalb von Städten eine immer größere Bedeutung bei.

Und auch für die Bewältigung von Wassermassen suchen Städte aktuell nach Lösungen. Gábor PaálIns berichtet für SWR2 darüber, wie Städte allmählich damit beginnen, den erwarteten Klimawandel in die Planung mit einzubeziehen.

Städte werden zu Schutzraum für Tiere

Julia Macher erzählt für Deutschlandfunk am Beispiel Barcelonas, wie in Städten ein Lebensraum für Tiere geschaffen werden kann.

Als erste große Stadt fördert Barcelona amphibienfreundliche Wasseranlagen im gesamten Stadtgebiet und so haben sie in der städtischen Baumschule Becken mit sauberem Wasser und Wasserpflanzen aufgestellt. Dabei handelt es sich um ein Pilotprojekt zur Förderung der Artenvielfalt in der Großstadt.

Weiterhin sind die typischen katalanischen Bauten dazu prädestiniert, Tierarten, die gefördert werden sollen, als Nistplatz zu dienen. Und so hört man in Barcelona nachts zuweilen wieder Eulen rufen und in den Türmen der Sagrada Familia brüten Wanderfalken. Dadurch, dass in der Stadt kaum Pestizide oder Insektizide verwendet werden, ist der urbane Raum wie dazu geschaffen, zur neuen Natur zu werden und für Tiere vor dem Klimawandel sowie vor der Wasser- und Landverschmutzung einen Schutzraum zu bieten.

Die Rosenstein-Brücke: Manhattan in Bad Cannstatt

Stuttgart 21 macht unübersehbare Fortschritte. Jürgen Lessat berichtet in KONTEXT: Wochenzeitung über die Entwicklungen in der schwäbischen Stadt. Beispielsweise ist eine neue rund 345 Meter lange Eisenbahnbrücke über den Neckar fast fertig. Was mit der 320 Meter langen Rosenstein-Brücke von 1915 geschehen soll, ist noch nicht gewiss. Eine Möglichkeit ist die Nutzung der Bahnbrücke als Fußgänger- und Radwegverbindung, um eine günstige Verbindung von der Innenstadt über den Neckar bis zum Bahnhof Bad Cannstatt zu schaffen.

Darüber hinaus bietet die Brücke eine hohe Aufenthaltsqualität. So könnte auf ihr ein ´Park über dem Neckar´ geschaffen werden, der ausreichend Raum für Bänke zum Verweilen bietet. Auf diese Weise könnte ein einzigartiger Treffpunkt für die gesamte Stadtbevölkerung entstehen. Als Inspiration für die Stuttgarter Brücken-Park-Idee fungiert New York. Dort gibt es bereits eine alte Hochbahntrasse, die zu einer Parklandschaft umgestaltet wurde.

Parkbänke gegen Einsamkeit

Insbesondere ältere Menschen sind häufig von Einsamkeit betroffen. Um diesem Problem entgegen zusteuern wurde das Projekt “Happy to Chat Benches” ins Leben gerufen. Dies bedeutet: Einfache Parkbänke werden mit einem Schild versehen, das folgende Inschrift trägt: “Happy Chat Bench – Setz dich hierhin, wenn es dir nichts ausmacht, wenn jemand stehenbleibt und Hallo zu dir sagt.”

Ursin Caderas erklärt auf SRF, dass die Idee zu der Plauderbank von einem Polizisten stammt. Er hatte festgestellt, dass Menschen, die wenig Kontakt zu anderen Leuten haben und demzufolge einsam sind, häufiger Opfer von Kriminalität werden. Die Bänke setzen hier an und wollen dazu ermutigen, andere Menschen anzusprechen. Mittlerweile gibt es weltweit einige Nachfolger des Bankprojektes.

Münchener Parkbänke erzählen Geschichten voller Liebe

Die Bayerische Schlösser- und Seenverwaltung vergibt für 200 Euro sogenannte Bankpatenschaften. Diese haben eine Gültigkeit von fünf Jahren. Dazu werden kleine Messingtäfelchen angebracht, die Geschichten voller Liebe erzählen: Eine Tochter für den besten Papa, Eltern für ihre Kinder, Oma für Enkel, Bruder für Schwester, aber auch Schauspieler für ihre Regisseurin und Schwüre für die Geliebten oder zum Hochzeitstag. Sigi Müller schreibt in der Münchener Abendzeitung über diese Bankpatenschaften.

Notruf-Bänke: Orientierungshilfe für Rettungskräfte

Die NGZ Online berichtet über das Neusser Vorhaben sogenannte Notruf-Bänke einzurichten. Diese sollen ermöglichen, dass die Rettungskräfte im Ernstfall noch schneller handeln können. Die Idee dahinter: Vorhandene Sitzbänke erhalten einen Code – auch in Blindenschrift und die jeweiligen Positionen werden bei der Rettungsleitstelle hinterlegt. Allerdings erweist sich dieses Projekt als kostspieliger als geplant und so wird die Realisierung des Projekts sukzessive angegangen.

Urban Mining: Häuser aus Baumüll

Beim “Urban Mining and Recycling” werden Wohnungen nachhaltig aus recycelten Materialien gebaut: Ein Tisch besteht aus leeren Tetrapaks, die Wärmedämmung aus alten Jeans – der ganze Rest vor allem aus Bauschutt. Auf Bayern2 spricht Reporter Markus Metz mit Menschen, die Urban Mining vorantreiben.

Kampfansage an die Kippe

Sie finden sich überall: weggeschmissene Zigarettenkippen. Diese sind nicht nur unschön anzusehen, sondern schaden auch der Umwelt. Denn kommen die kleinen Stummel mit Wasser in Kontakt, lösen sich Schadstoffe, die das Grundwasser belasten. Studien zufolge reicht schon eine Kippe pro Liter Wasser aus, um Kleintiere und Fische in kurzer Zeit zu töten.

Der Kölner Mario Merella setzt hier an und sammelt mit seinem Kölner Verein Kippen ein und lässt sie recyclen. Durch seine Arbeit möchte er die Menschen für das Problem sensibilisieren. Dabei verfolgt er das langfristige Ziel, einen Verwertungskreislauf zu schaffen und die Tabakindustrie zur freiwilligen Rücknahme bewegen. Helge Hoffmeister schreibt für Die Welt über das Zigarettenstummel-Recycling.

Die globale Bürgerbewegung World Cleanup Day

Weltweit steigt die Müllverschmutzung an. Aus diesem Grund haben sich 2008 zum ersten Mal Bürgerinnen zu einer Bewegung zusammengeschlossen, um das Land von Müll zu befreien. Im Laufe der Jahre hat sich diese Initiative global verbreitet und führt nun jährlich am dritten Samstag im September einen Aktionstag durch. Seitdem haben sich mehr als 40 Millionen Menschen in über 150 Ländern im Rahmen des Aktionstages für eine saubere Welt eingesetzt. Auch Deutschland beteiligt sich seit 2018 am World Cleanup Day.

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