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HEY! COME TOGETHER – Coesfelder Gesprächsbänke erhalten „sozialen Anstrich“ in den Handwerksbildungsstätten

Bereits im März berichteten wir von zwei RESORTI-Bänken, die in Coesfeld eine besondere Aufgabe erfüllen sollen. Durch eine Kooperation des Pictorius Kollegs, der Stadt Coesfeld, der Flüchtlingsinitiative und nun auch den Bildungsstätten e.V. entstehen exklusiv designte Sitzbänke, die den Austausch von Flüchtlingen und Bürgern anregen sollen. Wir verfolgen den Prozess der „Gesprächsbänke“ und berichten über die Handgriffe in den Handwerks-Bildungsstätten.

Die Designs stehen fest

Die Gestaltungstechnischen Assistenten/innen im Pictorius Kolleg Coesfeld haben ihre Designs inzwischen zum Abschluss gebracht und den Initiatoren im Frühling vorgestellt. Die Stadt Coesfeld und die Flüchtlingsinitiative zeigten sich begeistert von der Vielfalt und der Kreativität der Entwürfe. „Einfach toll, was hier zu Stande gekommen ist“, so Herr Schulte-Roling (FI Coesfeld). Überzeugen konnten zwei Designs, die sehr klar und plakativ wirken. Alina Riermann, Johann Schnettker und Fritzi Rudzicki zieren die erste Bank mit ihrer typografischen Gestaltung des Schriftzuges „Hey“. Die zweite Bank wird das Design von Leandra Hörsting und Denise Velder tragen. „Come together“ lautet ihre Botschaft, die von zwei Händen grafisch unterstrichen wird.

Daniela Wübbeling,
Marketingmanagerin bei RESORTI:

Unsere Parkbank Vota mit Rückenlehne zeichnet sich durch ein schönes und exklusives Design aus und bietet durch ihre große Sitzfläche viel Platz für eine individuelle Oberflächengestaltung.

Ein sozialer Anstrich

Nach der Konzeption folgt nun die technische Umsetzung der Ideen. Ihr exklusives Design erhalten die Bänke in einer Instutition mit besonderem sozialen Anspruch. Das Berufskolleg hat sich zur Umsetzung an die Handwerksbildungsstätten e.V. in Coesfeld gewandt. Hier arbeitet ein engagiertes Team aus Handwerksmeistern, Technikern, Sozialpädagogen, Lehrern und Verwaltungskräften daran, Menschen jeder Couleur eine berufliche Perspektive durch adäquate Aus- und Weiterbildungsangebote zu geben.

So zum Beispiel die berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen (BvB), die junge Menschen aus meist schwierigen Verhältnissen im Berufseinstieg unterstützen – ganz unabhängig von der erreichten Schulbildung. In den Berufsfeldern Metall, Farbe/ Raumgestaltung, Lager/ Handel, Holz und Hauswirtschaft bekommen die Schüler hier Schlüsselqualifikationen und Handwerkskompetenz theroriereduziert vermittelt und werden im Prozess sozialpädagogisch begleitet.

Zuständig für die Ausbildung der Bau- und Metallmaler ist Herr Druwen. Er nimmt mit seinen Schülern die Gestaltung der „Gesprächsbänke“ in die Hand. Auch finanziell beteiligen sich die Handwerksbildungsstätten am Projekt und übernehmen die Materialkosten.
Zunächst werden die einzelnen Latten der Bank mehrfach grundiert.  Im Anschluss werden die typografischen Elemente  ausgeplottet und  mittels Schablone passgenau aufgespritzt.

Die angehenden Bau- und Metallmaler setzen die Designs auf den Bänken passgenau um.

Die angehenden Bau- und Metallmaler setzen die Designs auf den Bänken passgenau um.

 

Herr Druwen freut sich über die Einbindung in das Projekt: „Aus diesem Projekt können die Schüler Verantwortungsgefühl für reale Produkte mitnehmen. Die ganze Spielerei hier in den Werkstätten ist ja eher kontraproduktiv. Die Schüler tapezieren etwas – ich sage: Toll gemacht – dann wird wieder abgerissen. Die Bänke bleiben jedoch stehen. Mit seiner Freundin durch Coesfeld zu schlendern und sagen zu können – Das habe ich gemacht – vermittelt hingegen Selbstwertgefühl. Hier liegt auch immer mein Bestreben. Junge Menschen aus schwierigen Verhältnissen brauchen Selbstwert. Das versuchen wir ihnen in den drei Jahren hier zu geben.

Wenn wir unsere Schüler entlassen – das können Sie merken – gehen sie gerade heraus. Das ist natürlich ein tolles Gefühl. Auch dieses Projekt trägt dazu bei.“

Seit 2010 wurde jeder Bau- und Metallmaler aus den Handwerksbildungsstätten e.V. erfolgreich in Arbeit vermittelt.

Und die Bänke? Nach Fertigstellung sollen die Gesprächsbänke ihren Platz an der Jakobikirche finden. Wir freuen uns auf die Resultate dieses großartigen Projektes, das viele Menschen zusammenbringt.

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