Elektroschrott per Post entsorgen: Nachhaltig, bequem und kostenlos

Elektroschrott kostenlos im Briefkasten entsorgen – das ermöglicht der Rücknahmeservice ELECTRORETURN der Deutschen Post. Wie die Retoure funktioniert und zu einem nachhaltigen Wirtschaftskreislauf beiträgt, lesen Sie in diesem Artikel. Jens Terboven von der Deutschen Post stand RESORTI im Interview dazu Rede und Antwort.

Alte Elektrogeräte gehören nicht in den Hausmüll. Bereits seit 2005 gibt es aber einen einfachen und umweltfreundlichen Weg, Elektroschrott zu entsorgen – und zwar per Post.  Der Service ELECTRORETURN unterstützt das Recycling von elektronischen Geräten und damit einen nachhaltigen Wirtschaftskreislauf. Vielen ist diese Möglichkeit jedoch nicht bekannt. Wir erklären, wie Sie den Service richtig nutzen.

Elektroschrott kostenlos per Briefkasten entsorgen – so geht’s

Statt zum Wertstoffhof zu laufen, entsorgen Sie Ihren Elektroschrott einfach im nächsten Briefkasten. So geht’s:

  1. Löschen Sie alle personenbezogenen Daten auf den Elektrogeräten, die Sie entsorgen möchten. Entfernen Sie bei Handys die SIM-Karte.
  2. Stecken Sie das Elektrogerät in eine Versandtasche. Sorgen Sie für eine sichere Verpackung der Geräte: Plastiktüten oder Papier schützen die Geräte.
  3. Drucken Sie sich ein Adressetikett aus. Dieses stellt die Deutsche Post zum kostenlosen Download zur Verfügung. Ausschneiden und rechts unten auf die Versandtasche kleben.
  4. Bringen Sie die Versandtasche zum nächsten Briefkasten oder in eine Postfiliale.

Was passiert mit entsorgtem Elektroschrott?

Am Standort Lustadt  des Abfallentsorgungsunternehmens Alba werden die Altgeräte nach gesetzlichen Vorgaben verwertet. Schadstoffe werden umweltfreundlich beseitigt und zurückgewonnene Rohstoffe der Industrie wieder zur Verfügung gestellt.

bild von Entsorgung alter Elektrogeräte per Post - RESORTI Blog

Elektroschrott per ELECTRORETURN entsorgen- ©-Deutsche-Post-AG

Welche Elektrogeräte kann ich per Post entsorgen?

Kleine Elektrogeräte, die in einen Maxibrief passen, dürfen verschickt werden. (Höchstmaße von 35 x 25 x 5 cm und ein maximales Gewicht von 1.000 Gramm)
Dazu gehören:

  • Mobiltelefone (die oftmals auch noch gut genug zum Spenden sind – siehe unseren Artikel zu Müll an Weihnachten)
  • Digitalkameras
  • MP3-Player
  • Leere Druckerpatronen
  • Computerbauteile wie Festplatten und Laufwerke
  • Akkus (wenn sie im Gerät sind – ansonsten empfehlen wir unseren Beitrag, wie Sie Batterien und Akkus entsorgen)

Lose Kabel zählen rechtlich gesehen nicht zu Elektroschrott – laut Umweltbundesamt dürfen sie aber gemeinsam damit entsorgt werden.

In der Versandtasche lassen sich beliebig viele Geräte verschicken. Pro Sendung dürfen zwei Handys enthalten sein. Beachten Sie, dass der Umschlagt nicht dicker als 5 cm ist und nicht mehr als 1000 Gramm wiegt. Seit Inkrafttretens des ElektroG2 können auch große und schwere Elektrogeräte bis zu einem Gewicht von 31,5 Kilogramm per ELECTRORETURN dem Recycling zugeführt werden. Händler stellen dafür die entsprechenden kostenlosen Retourenmarken bereit.

Bild von alten Kabeln - RESORTI Blog

Lose Kabel sind zwar kein Elektroschrott, Sie dürfen sie aber trotzdem per Post entsorgen

Was ist das ElektroG2?

Seit dem 24. Oktober 2015 gilt das neue Elektrogesetz. Zuvor war die Rücknahme von elektronischen Altgeräten für Händler freiwillig, seit der Gesetztesänderung ist sie Pflicht, wenn die Ladenfläche mindestens 400 qm beträgt.

Die Rücknahmepflicht besteht nicht nur dann, wenn der Kunde ein neues Produkt kauft – auch ohne Neukauf müssen Hersteller und Händler Elektrogeräte bis 25 cm Größe kostenlos zurücknehmen und melden. ELECTRORETURN vereinfacht die Rücknahme: Händler können die Versandmarken auf der eigenen Seite zum Download anbieten.

Martin Koch (c) RESORTIMartin Koch von RESORTI:
Sie möchten mehr über das Thema Recycling erfahren? Werfen Sie einen Blick auf unsere Übersichtsseite „Welcher Müll in welche Tonne?“ Dort finden Sie Informationen und Tipps zu Mülltrennung und Recycling.

Interview mit Jens Terboven von der Deutschen Post

Jens Terboven ist Vice President Produktmanagement Zusatzleistungen Brief Kommunikation bei der Deutsche Post AG. Im Interview mit RESORTI erklärt er, wie ELECTRORETURN funktioniert und was die Post unternehmen will, um den Service bekannter zu machen.

RESORTI: Seit wann gibt es ELECTRORETURN und was gab den Anstoß, ein kostenloses Rücknahmesystem für Elektrogeräte einzuführen?

Jens Terboven: ELECTRORETURN gibt es seit 2005. Den Anstoß zur Serviceentwicklung gab ein Unternehmen aus dem Mobilfunkbereich. Zunächst stand also das Recycling von Handys im Vordergrund. Aber auch viele andere Kleinelektrogeräte enthalten wertvolle Rohstoffe. Unser Ziel, wie auch das Ziel unserer Partner ist es, diese Geräte vor einem Ende in der Restmülltonne zu bewahren, diese fachgerecht zu recyceln und die Rohstoffe in die Produktion von Neugeräten zurückzuführen.

Bild von Elektromüll - RESORTI Blog

Elektroschrott können Sie ganz einfach per Post entsorgen

ELECTRORETURN ist zudem ein Element des unternehmensweiten Umweltschutzprogramms GoGreen. In unserem Produktbereich „Grüne Optimierung“ bieten wir individuelle Logistiklösungen an, mit denen wir unsere Kunden dabei unterstützen, ihre Treibhausgasemissionen zu senken oder die Umweltauswirkungen sämtlicher Prozesse im Sinne einer Kreislaufwirtschaft zu optimieren.

Können Sie erklären, wie der Retoure Service funktioniert?

Die Funktionsweise ist ganz einfach. Das Elektrogerät in einen stabilen Umschlag stecken, die Versandmarke aufkleben und in den nächsten Briefkasten werfen. Das Versandlabel steht online zum Download bereit. Der Aufwand für den Verbraucher ist minimal und der Briefkasten oder die Filiale, für größere Sendungen, in unmittelbarer Nähe ist schnell erreichbar.

Die Möglichkeit, Elektrogeräte kostenlos per Post zu entsorgen, ist vielen noch unbekannt. Wie kann das sein und was unternehmen Sie, um ELECTRORETURN bekannter zu machen? 

Mit jedem Händler, der den Service auf seiner Homepage implementiert oder die Versandmarke in den Shops zur Auslage bringt, steigt die Bekanntheit. Durch das ElektroG2 sind Händler in der Altgerätesammlung aktiv geworden. Eine breitere Kommunikation des Service würden wir uns an dieser Stelle wünschen.

Inwiefern unterstützt das System ELECTRORETURN einen nachhaltigen Wirtschaftskreislauf?

Welchen Beitrag ELECTRORETURN leistet, beschreibt nicht zuletzt die Studie des Fraunhofer Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik. So weist die Studie nach, dass mit jeder Tonne Elektroschrott, die mit ELECTRORETURN eingesammelt wird, ein Vielfaches an Primärressourcen eingespart wird. Besonders positiv fällt der hohe Anteil an Kupfer auf, der sich besonders in Kleingeräten wiederfindet und durch ELECTRORETURN erhalten bleibt.

Erfolge von ELECTRORETURN

Der Rücknahmeservice trägt zu einem nachhaltigen Wirtschaftskreislauf bei, indem er das Recycling von Elektrogeräten unterstützt. Dem Verbraucher wird die Entsorgung erleichtert, wodurch die Recyclingquote steigt. Das hat positive Auswirkungen auf die Umwelt, wie folgende Zahlen zeigen:

  • Jede Tonne Elektroschrott, die durch ELECTRORETURN im Recycling landet, spart 16 Tonnen Primärressourcen (wertvolle Rohstoffe wie Kupfer oder Aluminium – siehe hierzu auch unseren Beitrag zum Getränkedosen-Recycling).
  • Pro Tonne recycelter Elektrogeräte reduziert sich der Ausstoß von klimaschädlichen Gasen um etwa 550 Kilogramm.

Weiterführende Informationen zu ELECTRORETURN