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Branchennews #39 – Oktober 2019

Interessante Meldungen und Beiträge zu den RESORTI-Themenfeldern Recycling, Nachhaltigkeit und Stadtentwicklung aus Deutschland und der ganzen Welt. Mit dabei sind spannende Beiträge zur Stadtplanung, zum Klimawandel und zum Nationalen Radverkehrsplan 3.0. Freuen Sie sich auf die 39. Ausgabe unserer Branchennews!

Der Klimawandel und die Urbanisierung

Der globale Klimawandel erfordert, dass die Menschen sich auf die Klimakrise einstellen. In der Theorie ist dies kein Problem, anders sieht es hingegen in der Praxis aus. München beispielsweise ist eine Stadt, die die Folgen des Klimawandels offensiv angeht und so vielen potentiellen Risiken vorbeugt. Daniela Becker zeigt im enorm Magazin, welche Maßnahmen die bayerische Landeshauptstadt ergreift.

Insgesamt gibt es zahlreiche Beispiele für Städte, in denen Vorbildliches zur Klimawandelanpassung umgesetzt wird. So wird viel dafür getan, um Grünstandards zu erreichen, die für ein angenehmes lokales Klima sorgen. Und auch mögliche Starkregenfälle und damit einhergehendes Hochwasser werden in vielen Kommunen eingeplant. Allerdings muss bundesweit noch viel getan werden, um Städte wirklich widerstandsfähig gegenüber den Klimarisiken zu machen.

Utrecht begrünt Bushaltestellen für Bienen

Die Verwaltung in der holländischen Stadt Utrecht hat die Dächer der Bushaltestellen für Insekten begrünen lassen. Auf diese Weise kann dem Bienensterben entgegengewirkt werden. Ein schöner Nebeneffekt des Projekts besteht darin, dass die Dächer als kleine Klimaanlagen fungieren.

So wird es unter einer begrünten Bushaltestelle nie wärmer als 25 Grad. Letztlich sind es viele kleine Schritte im täglichen Leben, die zu einer langfristigen Veränderung im Großen führen und eben hier setzen die begrünten Bushaltestellen an. Alexander Göbel berichtet für Deutschlandfunk Kultur über die kleinen grünen Wartehäuschen.

Pontevedra: Stadt ohne Autolärm

Der nordspanischen Stadt Pontevedra ist es bereits vor 20 Jahren gelungen, die Innenstadt weitgehend autofrei zu gestalten. Aus diesem Grund fungiert Pontevedra als Vorbild für die Stadtplanung vieler anderer Kommunen. In der galizischen Stadt meistern Kinder ihren Schulweg alleine. Anstelle von Parkplätzen gibt es Flaniermeilen. Stadtpläne informieren über die Laufzeiten zwischen zwei Punkten innerhalb der Stadt. Biggi Hoffmann berichtet für SWR Wissen über die “Stadt ohne Autolärm”.

Die offene Stadt

Der Soziologe Richard Sennett plädiert für offene Städte, in denen sich unterschiedliche Menschen begegnen können und die dadurch ein gutes Leben möglich machen. Dies steht im Kontrast zu einer geschlossenen Stadt, in der die Komplexität der einzelnen Teile reduziert ist, damit alles mechanisch perfekt läuft. Auf den ersten Blick kann es durchaus angenehm sein, in einer übersichtlichen und effizient geschlossenen Stadt zu wohnen.

Allerdings verhindere die Dynamik und Flexibilität, was für eine offene Zukunft unabdingbar ist. Erfüllt ein Gebäude beispielsweise eine zu klare Funktion, habe es häufig schnell ausgedient. Denn die Herausforderungen der Zukunft sind schließlich nicht bekannt. Pia Rauschenberger berichtet für Deutschlandfunk Kultur über das Konzept der offenen Stadt.

Städtische Architektur im Wandel der Zeiten

Jochen Rack hat für Deutschlandfunk mit dem renommierten Architekten Eckhard Gerber über städtische Architektur im Wandel der Zeiten gesprochen. Gerber prägt bereits seit 50 Jahren Deutschland mit seinen Bauten. Seiner Meinung nach ist es die Aufgabe eines Architekten, den Zeitgeist bereits im Vorhinein aufzuspüren, damit die geplanten Bauten bei der Umsetzung der Moderne entsprechen. Der größte Erfolg besteht für ihn darin, wenn sich die Menschen in den Gebäuden wohlfühlen.

Die männliche Stadt

Die Straßen in den Großstädten weltweit sind für Menschen, die sich ohne einen Panzer aus Blech in Form eines Autos durch sie hindurch bewegen oftmals ein regelrechtes Gefahrengebiet. Vanessa Vu geht in Die Zeit der Frage nach, inwiefern dies auch die Geschlechterfrage impliziert. Denn 62 Prozent der Autos sind auf Männer und nur 38 Prozent auf Frauen zugelassen. Darüber hinaus fahren sie auch doppelt so viel mit dem Auto wie Frauen.

Der autogerechten männlichen Stadt, wie wir sie heute nahezu überall vorfinden, liegt das Familienmodell der 50er Jahre zugrunde: Männer waren die Alleinverdiener und damit sie möglichst schnell zur Arbeit gelangen konnten. Frauen hingegen blieben zuhause und kümmerten sich um die Kinder. Die täglichen Wege, die sie zurück legten – etwa um einzukaufen oder um die Kinder zu Freunden zu bringen – war dies aus wirtschaftlicher Sicht unbedeutend und so wurden sie von den Stadtplanern nicht berücksichtigt. Auch heute liegt die Stadt- und Verkehrsplanung noch immer in männlicher Hand.

Mehr Schutz für Radfahrer mit “protected bike lines”

Der Nationale Radverkehrsplan 3.0 hat das Ziel, Radfahren in Deutschland populärer zu machen. Andrea Reidl, Journalistin und Expertin für nachhaltige Mobilität und Fahrradkultur, erläutert für Deutschlandfunk Kultur, weshalb es bis dahin noch ein langer Weg ist. Aktuell hinke Deutschland anderen Ländern hinterher. So dauert es in Berlin vier Jahre, bis ein Radweg – von der Planung bis zum Bau – fertig ist.

Währenddessen würden in New York in kürzester Zeit Radwege geschaffen – indem einfach Teile der Straße mit kleinen Pollern abgetrennt werden. Laut Reidl sei das drängendste Problem die Sicherheit. Studien haben gezeigt, dass die Menschen Radfahren tatsächlich ausprobieren, aber dies aufgrund gefährlicher Situationen schnell wieder aufgeben. Die Lösung seien „protected bike lanes“ – breite abgegrenzte Fahrradwege.

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