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Branchennews #45 – August 2020

Interessante Meldungen und Beiträge zu den RESORTI-Themenfeldern Abfallentsorgung, Recycling und Umwelt aus Deutschland und der ganzen Welt. Diesen Monat geht es um Deutschlands Umweltstudie, das Problem um Fast Fashion und Leben auf dem Mond. Natürlich neben weiteren spannenden News und Entwicklungen. Viel Spaß beim Lesen!

Abfallentsorgung

Restmüllstudie: Deutschland trennt falsch

Aktuell entsorgen die Deutschen knapp zwei Drittel Müll über Restmülltonnen, die dort nicht hingehören. Das ergab eine Analyse des Bundesumweltamtes von Siedlungsrestabfällen in Deutschland. Zwar produzieren die Deutschen nur noch etwa halb so viel Restmüll wie noch vor 35 Jahren, dennoch landen immer noch zu viel Biomüll und zu viele Wertstoffe in der Restmülltonne. Die Trennung des Mülls habe den Zweck, eine Kreislaufwirtschaft herzustellen. Dabei soll der Plastikmüll recycelt werden und Biomüll beispielsweise zur Herstellung von Biogas dienen. Der Restmüll soll möglichst minimiert werden. Wie Kommunen ihren Abfall entsorgen, bestimmen diese allerdings selber. Oftmals gibt es weder die Biotonne noch den gelben Sack. Dies in Verbindung mit langen Wegen zu Wertstoffinseln wie Glas- und Altpapiercontainern erschweren die korrekte Mülltrennung besonders in Städten.

Das weltweite Plastikproblem

Plastik ist längst nicht mehr nur Verpackungsmaterial. Vielmehr ist es zum Wegwerfprodukt geworden und findet sich seit Jahren in den Weltmeeren, an Stränden und als Mikroplastik in unserer Nahrung und Kosmetik. 2014 warfen die Deutschen pro Kopf circa 220 Kilogramm an Plastikverpackungen weg. In der ARTE-Dokumentation „Plastik überall – Geschichten vom Müll“ berichten Wissenschaftler, Aktivisten und Politiker über unser Plastik-Problem und ihre Bemühungen dagegen vorzugehen sowie die Frage, warum es noch keine Lösung gegen die Plastikberge in den Meeren gibt.

ARTE: Plastik überall – Geschichten vom Müll – 14. Juli 2020 auf spektrum.de

Recycling

Fast Fashion als Umweltproblem

Lange konnten die großen Textilhersteller viel Mode zu kleinen Preisen herstellen. Doch diese Zeiten neigen sich dem Ende, denn die Rohstoffe werden knapper. Das Recycling solcher Kleider gestaltet sich durch die Verwendung von geringwertigen Stoffen und Fasern allerdings schwierig. Textilien, die nicht mehr weiterverkauft werden, enden als Putzlappen und Vlies. Dieses Downcycling sei ungenügend, sagt die Vertreterin der Gemeinschaft für textile Zukunft Nicole Kösegi. Zur Herstellung einer Jeanshose braucht es etwa 6.000 Liter Wasser. Den gleichen Verbrauch hat ein Mensch in acht Jahren. Ziel sei, eine echte Kreislaufwirtschaft mit strikten Vorgaben für die Textilindustrie zu schaffen. Dabei nutzen innovative Unternehmen bisher mechanische und chemische Recycling-Methoden. Auch die großen Unternehmen beginnen kooperativ zu handeln und setzen verstärkt auf umweltfreundlichere Ressourcen.

Katja Scherer: Wie die Textilindustrie ihr Müllproblem lösen könnte – 05. Juli 2020 auf deutschlandfunk.de

Nur rund ein Viertel aller Pfandflaschen wird zu neuen Flaschen

75% aller Flaschen, die Verbraucher im Pfandautomaten zurückgeben, werden wieder zu Flaschen. Stattdessen dienen sie der Herstellung von Folien, Verpackungen, Polyester und Banderolen. Grund für das Downycycling ist meist die Farbe. Unternehmen können nur in den seltensten Fällen Pfandflaschen einschmelzen und wiederverwerten. PET-Flaschen von Flüssigkeiten wie Saft und Bier haben dabei meist nicht einmal einen grünen Punkt. Ein Lösungsweg ist, diesen Flaschen eine spezielle Innenbeschichtung hinzuzufügen. Diese löse sich aber beim nächsten Waschvorgang wieder auf. Der Naturschutzbund fordert gegen den PET-Flaschenverbrauch beispielsweise eine Getränkeverpackungssteuer. Am umweltfreundlichsten sei aber immer noch das Trinken von Leitungswasser.

Hellmut Nordwig: So wollen Forscher mehr Plastikflaschen wiederverwerten – 14. Juli 2020 auf swr.de

Umwelt

Wohnanlagen auf Mond und Mars

Dr. Christiane Heinicke, Physikerin und Leiterin des Projekts MaMBA (Moon and Mars Base Analog) an der Universität Bremen, plant derzeit ein Mond-Habitat für Astronaut/innen. Für ihre Forschung zu außerirdischen Wohnanlagen lebte sie bereits für ein Jahr in einer mond-ähnlichen Simulation, einer Wohnanlage auf einem Vulkan auf Hawaii. Diese Erfahrung fließt jetzt in die Konzeption der Mond-Unterkunft ein. Insbesondere die Abschirmung gegen Weltraumstrahlung stellt das Team um Dr. Heinicke vor eine besondere Herausforderung.  Neben den architektonischen Besonderheiten soll die Anlage ein bio- und geologisches Labor enthalten. Ob und inwiefern “herkömmliche” Labore im Weltraum funktionieren, ist eine der Forschungsfragen des MaMBA-Projekts. Das Forschungs-Team kann aber bereits einen Erfolg vermelden: Ihnen gelang es, Baumaterial aus Mondstaub herzustellen.

Corona veränderte das Stadtbild

Corona beschleunigte die Umsetzung schlummernder Projekte, so Cordelia Polinna, Stadtforscherin und Geschäftsführerin von Urban Catalyst. Es entstanden in kürzester Zeit Pop-Up Radwege und neue Spielstraßen. Menschen, die sonst öffentliche Verkehrsmittel nutzten, gehen nun zu Fuß oder fahren mit dem Rad. Dementsprechend wuchs die Nutzung der städtischen Grünflächen und damit die Erkenntnis, den öffentlichen Raum attraktiver zu machen. Auch der Wohnungsbau bleibt laut Friederike Meyer, Architektur-Journalistin, von der Pandemie nicht verschont. Durch Lockdown und Home Office blieben immer mehr Menschen in ihren Wohnungen. Ohne Balkon sei da die Einengung deutlich zu spüren. Doch vermutlich wird Corona nicht die letzte Krise sein. Welche Änderungen die Städte im Laufe der Zeit fortführen, bleibt abzuwarten.

Mathias von Lieben: Wie die Corona-Pandemie unsere Städte verändert – 18. Juli 2020 auf deutschlandfunk.de

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