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Die Mitfahrerbank – Ein alternatives Mobilitätskonzept

Noch schnell in den Supermarkt, ein kurzer Besuch im Nachbardorf oder der obligatorische Arztbesuch am nächsten Tag – in vielen ländlichen Gebieten gestalten sich alltägliche Besorgungen und Termine ohne Auto eher problematisch. Auch in der Verbandsgemeinde Speicher war dieses Problem bekannt. Die Lösung? Eine Mitfahrerbank. Das RESORTI-Blog verrät Ihnen, was genau hinter dem Konzept steckt.

Deutschlands Großstädte – Bus und Bahn fahren im Minutentakt, Autos soweit das Auge reicht. Die Mobilität und Anbindung ist flächendeckend ausgebaut – auf dem Land sieht das hingegen ganz anders aus. Ein eigenes Auto ist fast schon unabdingbar, um die eigene Mobilität nicht zu verlieren und abhängig vom nächsten Bus zu sein.

Vor allem ältere Menschen ohne eigenes Auto haben es schwer von A nach B zu kommen. Aber auch Jugendliche oder Familien, die sich kein eigenes Auto leisten können, sind von dem eingeschränkten öffentlichen Nahverkehr abhängig. Ein weiterer Minuspunkt: Die regelmäßige Kommunikation und der gegenseitige Austausch mit Freunden und Bekannten außerhalb der Verbandsgemeinde bleiben wegen der eingeschränkten Mobilität buchstäblich auf der Strecke.

Bild Mann auf Bank. Die Mitfahrerbank – Ein alternatives Mobilitätskonzept - Resorti-Blog

Man wartet auf Bank – Die Mitfahrerbank – Ein alternatives Mobilitätskonzept – Resorti-Blog

Lokale Mitfahrgelegenheit als Lösungskonzept

Um dem entgegenzuwirken entwickelte der Caritasverband Westeifel e.V. ein neues Mobilitätskonzept: Die Mitfahrerbank. Die türkisfarbene Sitzbank hat ihren Platz vor dem Rathaus von Speicher – gut sichtbar, sodass Autofahrer die Wartenden direkt entdecken. Mithilfe eines umklappbaren Schildes kann zudem angegeben werden, in welche Richtung sie mitgenommen werden wollen. Natürlich gibt es zu jeder Mitnahmebank eine passende „Gegenbank“, um später wieder nach Hause zu kommen. So ermöglicht das Mitfahrgelegenheits-Konzept nicht nur eine unkomplizierte, spontane Mitnahme, sondern regt zusätzlich die Kommunikation zwischen Fahrer und Mitfahrer an.

Umweltfreundliche Mobilität

Neben der Lösungen des primären Problems, leistet die Mitfahrerbank dank aufblühenden Fahrgemeinschaften zusätzlich einen großen Beitrag zur Umwelt. Schließlich werden bereits bestehende Ressourcen und die vorhandene Verkehrsinfrastruktur sinnvoll genutzt, anstatt dass weitere, verzichtbare Abgase in die Umwelt abgegeben werden.

Hierzu ein paar Fakten: Betrachtet man die durchschnittlichen Treibhausgas-Emissionen (CO2, CH4 und N2O angegeben in CO2-Äquivalenten) einzelner Verkehrsmittel im Personenverkehr (Umweltbundesamt, Bezugsjahr: 2014), so sticht der vergleichsweise hohe Wert eines Pkw direkt heraus: Während ein Linienbus auf 76 g/Pkm (Gramm pro Personenkilometer), eine Eisenbahn im Nahverkehr auf 67 g/Pkm sowie Straßen-, Stadt- und U-Bahnen auf 71 g/Pkm Treibhausgase kommen, liegt ein Pkw mit 142 g/Pkm rund bei der doppelten Menge. Grund genug, um über alternative Mobilitätsoptionen nachzudenken, oder?

Sie möchten mehr über das Thema Sitzbänke erfahren? Auf unserer Übersichtsseite finden Sie Tipps, Informationen und Geschichten zur Sitzbank als Stadtmobiliar.

Wissenswertes zur Mitnahmebank für den Fahrer

Das Konzept Mitfahrerbank ist definitiv eine tolle Sache. Doch was muss der Fahrzeughalter eigentlich beachten? Wer haftet bei einem Verkehrsunfall und wie sieht das Ganze aus steuerlicher Sicht aus? Nach Informationen der Caritas Westeifel e.V. greift die gewöhnliche Haftpflicht auch hier: Im Versicherungsfall komme sie für Schäden an Personen, die von einer Mitfahrerbank eingesammelt wurden, auf.

Für den steuerlichen Aspekt gilt: Solange die Mitnahme eines Wartenden an einer Mitfahrerbank nicht planmäßig, in Kombination mit einer erzielten Einnahme erfolgt, handelt es sich um keinen kommerziellen Fahrdienst, der steuerlich relevant ist. Hier stehen die private Fahrt und der Gefälligkeits-Gedanke im Vordergrund – als neues Massentransportmittel gilt eine Mitnahmebank übrigens nicht. Weicht die Intention hingegen von den zuvor genannten Aspekten ab, handelt es sich hingegen nicht mehr um eine reine Privatfahrt, sondern um eine kommerzielle, steuerpflichtige Personenbeförderung.

Mitfahrbänke deutschlandweit

Die Mitfahrerbank kommt sogar so gut an, sodass das Konzept nicht nur in der Verbandsgemeinde Speicher ausgebaut wird: Auch in anderen Gemeinden in Deutschland wie Jesberg oder aber im Hochsauerlandkreis (Arnsberg-Voßwinkel) findet die Mitfahrerbank Gefallen und wird in das eigene Mobilitätskonzept integriert. In Speicher nehmen die Menschen das Angebot einer Mitfahrgelegenheit dankend an, sodass neben den bereits über 10 bestehenden Mitfahrerbänken sogar noch weitere geplant sind. So sollen zeitnah alle Gemeinden mit der Stadt Speicher verbunden und die Mobilität der Bewohner ausgebaut werden.

Martin Koch (c) RESORTITipp von RESORTI
Im RESORTI Shop finden Sie Parkbänke diverser Art, angepasst auf unterschiedlichste Ansprüche. Diese können sogar in Sonderfarben angefertigt werden – zum Beispiel in Farbe der Stadt oder Gemeinde. So gestaltete RESORTI bereits für Schweiz Tourismus sechs sonderangefertigte, rote Sitzbänke, welche nun eine der berühmtesten Kampagnen von Schweiz Tourismus schmücken. 

Weiterführende Informationen zur Mitfahrerbank

  • Die Website zum Konzept Mitfahrerbank in Speicher: mitfahrerbank.com
  • Das Umweltbundesamt stellt Informationen zu Emissionsdaten im Personenverkehr zur Verfügung

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