RESORTI-Blog Branchennews - Juni 2018

Branchennews #23 – Juni 2018

Unseren Branchennews versammelt interessante Beiträge und Geschichten zu den RESORTI-Themenfelder Recycling, Umweltschutz und Stadtentwicklung. In der 23. Ausgabe lesen Sie vom Spielplatz auf dem Dach der Bonner Bundeskunsthalle, von den neuen elektrischen Müllfahrzeugen in Hamburg und diversen Aktivitäten gegen die Müllprobleme in Deutschland und auf der ganzen Welt.

The Playground Project in Bonn: Super-Rutsche an der Bundeskunsthalle Bonn

Der Spielplatz im öffentlichen Raum. Kreativer Entfaltungsort für Kinder oder standardisiertes Modell? “The Playground Project” zeigt Spielplätze aus aller Welt und gastiert seit dem 31. Mai 2018 in der Bonner Bundeskunsthalle. Als kleinen Teaser verweisen wir an dieser Stelle auf unser Interview mit der Projekt-Initiatorin Gabriela Burkhalter. Besonderheit in Bonn: Die Bundeskunsthalle bekommt passend zum Thema eine riesige Rutsche ans Dach montiert.

Nach Plogging kommt Plalking  – die Kombination von Spaziergang und Müllsammeln

Nachdem das Plogging (Kombination aus Jogging und Müllsammeln) in den letzten Wochen seine (virtuellen) Runden durch Medien und sozialen Netzwerke gemacht hat, gibt es jetzt eine neue Variante: das sogenannte Plalking. Auch hierbei handelt es sich um eine Kombination des schwedischen plocka (dt. sammeln, suchen oder aufheben) und dem englischen walking (dt. gehen). Die Intention bleibt somit aber gleich: Nach draußen gehen und mit einer Mülltüte unterwegs Abfälle einsammeln, um die Abfallbehälter im Außenbereich zu entlasten. Im Falle des Plalking halt nur mit weniger schwitzen.

Teller, Besteck und Strohhalme auf Plastik bald verboten?

Im Kampf gegen die steigenden Plastikmüllberge plant EU-Kommission das europaweite Verbot von Plastikbesteck und Co. Damit will sie dem starken Konsum von Einmal-Plastik-Artikel und deren Entsorgung im Meer entgegenwirken. Ihre Reduzierung soll vermeiden, dass bis 2050 mehr Plastikteile als Fische im Meer schwimmen. Kritiker messen dem Verbot geringe Auswirkungen bei und sehen andere Plastikabfälle sowie die mangelnde biologische Abbaubarkeit als viel problematischer.

Hamburg testet Müllabfuhr ohne Abgase

Nachdem Hamburg elektrische Linienbusse im öffentlichen Nahverkehr erfolgreich etabliert hat, testet die Stadt seit Anfang Mai elektrische Müllfahrzeuge. Mit ihnen soll sich die Abgasbelastung in der Innenstadt reduzieren, denn aktuell produziert jeder der 300 konventionellen Müllfahrzeuge mehr als 31 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr. Die Stadt plant zukünftig zumindest 200 Stück durch die abgasarmen Fahrzeuge zu ersetzen. Müllgroßbehälter könnten somit mit einer leiseren Geräuschkulisse und weniger Dieselgestank geleert werden.

Scherbenabwehr und Tag des Fahrrad-Flickzeugs

Nicht umsonst findet am Tag nach Christi Himmelfahrt der Tag des Fahrrad-Flickzeugs statt, denn besonders nach Feiertagen oder Karnevalsumzüge führen immer wieder größere Scherbenhaufen auf den Straßen oder in der Nähe von dem ein oder anderen Fahrradständer zu platten Reifen. Verärgerte Fahrradfahrer können den Scherbenhaufen sowie andere Missstände bei der jeweiligen Kommune melden, allerdings ist ihnen der Aufwand dafür meist zu groß und die Beseitigung kann nicht immer zeitnah stattfinden wie z.B. an Wochenenden. Aus diesen Überlegungen heraus entstand die „Scherbenabwehr“: Ein Akku-Nass-/Trocken­sauger in Größe eines Werkzeug­koffers. Mit ihm lassen sich Fahrradwege auf privater Basis von Scherben befreien, indem der Sauger als Packtasche an den Gepäckträger des Fahrrads montiert wird.

Die Bundesliga-Saison 2017/2018 endet mit einem riesigen Müllberg

Die DEL verweist gerne auf die hohe Zuschauerresonanz für ihr Premiumprodukt Fußball-Bundesliga. Wo viele Menschen zusammenkommen, wird in der Regel aber auch jede Menge Müll produziert. Und das nicht nur sportlich auf dem Rasen, sondern auch auf den Rängen. Die Deutsche Umwelthilfe hat das Thema Einwegbecher in den deutschen Stadien unter die Lupe genommen und kommt zu einem vernichtenden Urteil: Von den 36 Vereinen der ersten und zweiten. Bundesliga nutzen in der Saison 2017/2018 lediglich 16 ein Mehrwegsystem. Auf diese Weise entstand saisonübergreifend eine Müllflut von mehr als elfeinhalb Millionen Einweg-Plastikbechern. Die Hälfte davon entfällt laut dieser Studie auf fünf Bundesligisten Borussia Dortmund, Bayern München, Schalke 04, Hamburger SV und den 1. FC Köln. Im Rahmen des europaweiten Verbots von Einweg-Plastikbechern dürfte es interessant sein, wie diese Vereine darauf reagieren. München und Nürnberg haben bereits eine entsprechende Umstellung für die kommende Saison angekündigt.

RePack – Mehrwegverpackungen für Onlineshops

RePack ist ein finnisches Unternehmen, welches sich auf wiederverwertbare Versandverpackungen spezialisiert hat. Inspiriert vom Kopenhagener Pfandsystem entstand die Idee einer Mehrweg-Versandverpackung für Onlineshops. Wählt der Endverbraucher RePack  anstelle von Einwegverpackungen für seine Sendungen, zahlt er einen Pfand zwischen 3 und 5 Euro, den er bei Rückgabe der Lieferverpackung wieder erhält. Somit gibt es auch keine überfüllten Abfallbehälter mehr, in denen der Endverbraucher die Verpackungen entsorgen muss. Alle Verpackungen bestehen aus 100 Prozent wiederverwertbarem Material oder sind durch Upcycling von PVC und anderen Materialien entstanden.

Der Müll als wertvolle Ressource

Das Zentrum für Interdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung (ZIN) der Uni Münster berichtet in seinem Blog „Nach(haltig)gedacht“ über den Trend des Mülls als wiederverwertbare Ressource. Im Zuge der Entwicklung von Wegwerfgesellschaft zur Kreislaufgesellschaft gibt das ZIN zu bedenken, dass das Müllproblem in den wirtschaftlichen Strukturen und im Lebensstil der Menschen liegt (z.B. der hohe Plastikkonsum). Gefordert werden daher politische Maßnahmen zur Müllvermeidung, die Konsum- und Produktionsweisen grundlegend verändern.

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