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Europäische Woche der Abfallvermeidung

Die Themen Abfallvermeidung, Recycling und Abfallpolitik weiter in das Bewusstsein der EU Bürger rücken – das ist Ziel der Europäischen Woche der Abfallvermeidung, kurz EWAV. RESORTI berichtet über die Hintergründe und interviewt Koordinatorin Miriam Danne.

Die EWAV umfasst vielfältige Aktionen während einer bestimmten Woche des Jahres. Diese orientieren sich an einem Schwerpunktthema und sollen einen umweltbewussten Umgang mit Abfall zum Ziel haben. Ansonsten sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt.

In 2018 findet die Woche der Abfallvermeidung vom 17. bis 25. November unter dem Motto „Bewusst konsumieren & richtig entsorgen“ statt. Die zentralen Frage  ist deshalb, wie man Herstellung und Konsum umweltgerechter gestalten kann. Denn so entstehen gefährliche Abfälle gar nicht erst.

Welche Ziele hat die EWAV?

Die EWAV wurde ins Leben gerufen, um das Bewusstsein für einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen und für Umweltschutz zu stärken. Die Diskussionsrunden, Events, Aktionen und Arbeiten, die im Rahmen der Woche entstehen (und in dessen Ausgestaltung die Akteure frei sind), sollen öffentlich präsentiert werden und werden dezentral organisiert.

Damit erhofft man sich, möglichst viele EU-Bürger dazu zu motivieren, sich für die vier Schritte der Abfallhierarchie zu engagieren: Abfallvermeidung, Wiederverwendung, Recycling und Verwertung von Abfall.

Das Logo der Europäischen Woche der Abfallvermeidung

Das Logo der Europäischen Woche der Abfallvermeidung

Durch Versorgung der Stakeholder der EWAV mit Kommunikationsmaterial und Trainings sollen diese unterstützt und ihre Arbeit honoriert werden. Insgesamt soll die Aktionswoche einen Wandel des Konsumverhaltes und der Wegwerf-Mentalität erreichen.

Wer kann an der EWAV teilnehmen?

An der EWAV kann sich prinzipiell jeder beteiligen, der zur Vermeidung von Abfall beitragen möchte und eine Projektidee hat. Angesprochen sind insbesondere:

  • Verwaltungen und Behörden
  • Verbände, Vereine und NGOs
  • Unternehmen
  • Bildungseinrichtungen
  • Politische Parteien
  • Soziale oder kulturelle Einrichtungen
  • und Einzelpersonen.
eine Aktion gegen Lebensmittelverschwendung im Rahmen der EWAV

Aktion gegen Lebensmittelverschwendung im Rahmen der EWAV

Auftakt der EWAV in Berlin

Am 19. November 2018 findet im Bundespresseamt in Berlin die kostenfreie Auftaktveranstaltung statt. Sie richtet sich natürlich an alle Akteure der EWAV und an alle Vertreter aus Politk und Verwaltung jeglicher Ebene.

Dabei erhält die Aktion auch Unterstützung von höchster politischer Ebene: Im letzten Jahr beispielsweise eröffnete Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks die Europäische Woche der Abfallvermeidung.

Martin Koch (c) RESORTIMartin Koch von RESORTI:
Das verstärkte Problembewusstsein von Müllentsorgung sollte aus unserer Sicht noch stärker in den Vordergrund rücken. Aktionen wie die EWAV helfen hierbei. Und auch wir nehmen uns mit unserer Übersichtsseite „Welcher Müll in welche Tonne?“ dem Thema an.

Was ist eigentlich Abfallvermeidung?

In §3 Absatz 20 des KrWG ist Abfallvermeidung wie folgt definiert: „Vermeidung im Sinne dieses Gesetzes ist jede Maßnahme, die ergriffen wird, bevor ein Stoff, Material oder Erzeugnis zu Abfall geworden ist, und dazu dient, die Abfallmenge, die schädlichen Auswirkungen des Abfalls auf Mensch und Umwelt oder den Gehalt an schädlichen Stoffen in Materialien und Erzeugnissen zu verringern.“

Diese Definition steht als Ausgangspunkt des Abfallvermeidungsprogramms. Das Programm legt in dem Sinne Maßnahmen zur Vermeidung von Abfall auf Bundes-, Länder- und Gemeindeebene fest. Die Maßnahmen werden unter ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Gesichtspunkten bewertet.

Eine Zero Waste Aktion der EWAV

Eine Zero Waste Aktion der EWAV

Das Abfallvermeidungsprogramm umfasst drei Hauptziele:

  • Reduktion der Abfallmenge
  • Reduktion schädlicher Auswirkungen des Abfalls
  • Reduktion der Schadstoffe in Materialien und Erzeugnissen bis hin zur Substitution von umwelt- und gesundheitsschädlichen Stoffen

Als Unterziele sind zum Beispiel festgelegt, die Lebensdauer von Produkten zu steigern oder die Wiederverwendung zu fördern.

Interview mit der Koordinatorin der EWAV

Interview mit Koordinatorin Miriam Danne

Interview mit Koordinatorin Miriam Danne

Die Ziele des Abfallvermeidungsprogramms lassen sich auch auf die der Abfallvermeidungswoche übertragen. Das betont Miriam Danne, Koordinatorin der Europäischen Woche der Abfallvermeidung, im Interview mit RESORTI.

RESORTI: Wie lang gibt es die EWAV bereits?

Die Abfallvermeidungswoche wurde 2009 ins Leben gerufen. In Deutschland fand 2010 die erste Woche der Abfallvermeidung statt. Seither entwickelt sich die Kampagne weiter, jedes Jahr kommen weitere Akteure hinzu.

RESORTI:Welche Resonanz können Sie für die vergangenen Jahre verzeichnen?

Miriam Danne:Im Jahr 2015 fanden allein 380 Aktionen in ganz Deutschland statt – 12.000 Aktionen auf dem Kontinent und darüber hinaus. In Deutschland ist die Vielfalt der Akteure besonders beeindruckend.

Im Kindergarten lernen Kinder, warum Mülltrennung wichtig ist und warum viele Dinge, die im Mülleimer landen eigentlich noch super zum Basteln geeignet sind. Kommunen organisieren ganze thematische Aktionswochen unter Beteiligung von Vereinen, Unternehmen und Zivilgesellschaft.

RESORTI: Blicken wir zurück auf das die 2016er-Ausgabe mit dem Motto „Verpackungsabfälle vermeiden!“. Welche Aktualität hatte dieses Motto und wieso wurde es ausgewählt?

Jedes Jahr steht ein bestimmtes Thema im Mittelpunkt der Abfallvermeidungswoche. Diese Themen bestimmt das EU-Sekretariat in Brüssel. Die Aktualität ist natürlich riesengroß, vor allem für Deutschland. EU-weit stehen wir an der Spitze der Verpackungsabfallstatistik.

Das liegt an verschiedenen Faktoren, wie überflüssige Verpackungen in Supermärkten, aber auch an der wachsenden To-Go-Mentalität. Auch das Bestellen von Produkten im Internet führt zu neuen Bergen von Verpackungsabfall. Hier ist es wichtig, Bewusstsein zu schaffen und Herstellern, Handel und Konsumenten zu zeigen, dass es auch anders geht – beispielsweise mit Mehrweg.

Weiterführende Informationen zur Europäischen Woche der Abfallvermeidung

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