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Europäische Woche der Abfallvermeidung 2019

Die Themen Abfallvermeidung, Recycling und Abfallpolitik weiter in das Bewusstsein der EU Bürger rücken – das ist Ziel der Europäischen Woche der Abfallvermeidung, kurz EWAV. RESORTI berichtet über die Hintergründe und Teilnahmebedingungen. Lesen Sie im Interview mit Koordinatorin Miriam Danne von der Motivation der EWAV und dem Motto von 2019.

Die EWAV umfasst vielfältige Aktionen während einer bestimmten Woche des Jahres. Die Aktionen orientieren sich an einem Schwerpunktthema und sollen einen umweltbewussten Umgang mit Abfall zum Ziel haben. Ansonsten sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. In diesem Jahr findet die Woche der Abfallvermeidung vom 16. bis zum 24. November 2019 unter dem Motto „Wertschätzen statt wegwerfen – miteinander und voneinander lernen“ statt.

Welche Ziele hat die EWAV?

Die EWAV wurde ins Leben gerufen, um anhand der vielfältigen Aktionen das Bewusstsein für einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen und für Umweltschutz zu stärken. Die Aktionen und Arbeiten, die im Rahmen der Woche entstehen, sollen öffentlich präsentiert werden. So erhofft man sich, möglichst viele EU Bürger dazu zu motivieren, sich für die vier Schritte der Abfallhierarchie zu engagieren: Abfallvermeidung, Wiederverwendung, Recycling und Verwertung von Abfall. Dabei spielen die drei R’s eine große Rolle: Reduce, Reuse, Recycle.

Durch Versorgung der Stakeholder der EWAV mit Kommunikationsmaterial und Trainings sollen diese unterstützt und ihre Arbeit honoriert werden. Insgesamt soll die Aktionswoche einen Wandel des Konsumverhaltes und der Wegwerf-Mentalität erreichen.

Der Verband kommunaler Unternehmen e. V. (VKU) organisiert die EWAV, genauso wie die Aktion Let’s clean up Europe.

Wer kann an der EWAV teilnehmen?

An der EWAV kann sich prinzipiell jeder beteiligen, der zur Vermeidung von Abfall beitragen möchte und eine Projektidee hat. Angesprochen sind insbesondere:

  • Verwaltungen und Behörden
  • Verbände, Vereine und NGOs
  • Unternehmen
  • Bildungseinrichtungen
  • Politische Parteien
  • Soziale oder kulturelle Einrichtungen
  • und Einzelpersonen.

Wie funktioniert die Teilnahme?

Auf der Website der EWAV erfolgt die Registrierung als Organisation (in der Regel von Mitte September bis Anfang November möglich). Im gleichen Schritt beschreibt man dann die entsprechende Aktion. Die Koordinierungsstelle prüft das Formular auf Einhaltung der Teilnahmeregeln und gibt die Aktion dann frei. Nun stehen den Teilnehmern Download-Materialien wie Logos und Poster zur Verfügung und die Aktion kann starten.

Verzahnung mit dem Bundesumweltministerium

Bereits in der Vergangenheit erhielt die EWAV tatkräftige Unterstützung durch das Bundesumweltministerium. So fand 2016 am 22. November in Berlin die Auftaktveranstaltung statt. Im Rahmen einer Konferenz des Bundesumweltministeriums eröffnete Bundesumweltministerin Hendricks die Europäische Woche der Abfallvermeidung. Die Veranstaltung diente gleichzeitig dazu, eine Halbzeitbilanz des deutschen Abfallvermeidungsprogramms zu ziehen.

Lebensmittelverschwendung vermeiden - Aktion bei der europäischen Woche der Abfallvermeidung 2015 - RESORTI-Blog

eine Aktion gegen Lebensmittelverschwendung im Rahmen der EWAV

Das Abfallvermeidungsprogramm

In §3 Absatz 20 des Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KrWG) ist Abfallvermeidung wie folgt definiert: „Vermeidung im Sinne dieses Gesetzes ist jede Maßnahme, die ergriffen wird, bevor ein Stoff, Material oder Erzeugnis zu Abfall geworden ist, und dazu dient, die Abfallmenge, die schädlichen Auswirkungen des Abfalls auf Mensch und Umwelt oder den Gehalt an schädlichen Stoffen in Materialien und Erzeugnissen zu verringern.“

Diese Definition steht als Ausgangspunkt des Programms zur Müllvermeidung. Es legt in dem Sinne Maßnahmen zur Vermeidung von Abfall auf Bundes-, Länder- und Gemeindeebene fest. Die Maßnahmen werden unter ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Gesichtspunkten bewertet.

Das Abfallvermeidungsprogramm umfasst drei Hauptziele:

  • Reduktion der Abfallmenge
  • Reduktion schädlicher Auswirkungen des Abfalls
  • Reduktion der Schadstoffe in Materialien und Erzeugnissen bis hin zur Substitution von umwelt- und gesundheitsschädlichen Stoffen

Als Unterziele sind zum Beispiel festgelegt, die Lebensdauer von Produkten zu steigern oder die Wiederverwendung zu fördern.

Martin Koch - RESORTIMartin Koch von RESORTI:
Wenn Sie sich für das Thema Recycling interessieren, dann schauen Sie sich unseren RESORTI Recycling-Ratgeber an. Dort finden Sie Blogartikel zur Mülltrennung, aktuellen Gesetzeslage, Portraits von interessanten, innovativen Unternehmen sowie Tipps und Informationen zum Recycling.

Interview mit der Koordinatorin der Europäischen Woche der Abfallvermeidung

Die Ziele des Abfallvermeidungsprogramms lassen sich auch auf die der EWAV übertragen. Das hat auch Koordinatorin Miriam Danne im Interview mit RESORTI betont.

RESORTI: Wie lang gibt es die EWAV bereits?

Miriam Danne: Die Abfallvermeidungswoche wurde 2009 ins Leben gerufen. In Deutschland fand 2010 die erste Woche der Abfallvermeidung statt. Seither entwickelt sich die Kampagne weiter, jedes Jahr kommen weitere Akteure hinzu.

Welche Resonanz können Sie für die vergangenen Jahre verzeichnen?

Im Jahr 2015 fanden allein 380 Aktionen in ganz Deutschland statt – 12.000 Aktionen auf dem Kontinent und darüber hinaus. In Deutschland ist die Vielfalt der Akteure besonders beeindruckend. Im Kindergarten lernen Kinder, warum Mülltrennung wichtig ist und warum viele Dinge, die im Mülleimer landen eigentlich noch super zum Basteln geeignet sind. Kommunen organisieren ganze thematische Aktionswochen unter Beteiligung von Vereinen, Unternehmen und Zivilgesellschaft.

Das diesjährige Motto (Anm. d. Red.: 2016) lautet „Verpackungsabfälle vermeiden!“. Welche Aktualität hat dieses Motto und wieso wurde es ausgewählt?

Jedes Jahr steht ein bestimmtes Thema im Mittelpunkt der Abfallvermeidungswoche. Diese Themen bestimmt das EU-Sekretariat in Brüssel. Die Aktualität ist natürlich riesen groß, vor Allem für Deutschland. EU-weit stehen wir an der Spitze der Verpackungsabfallstatistik. Das liegt an verschiedenen Faktoren, wie überflüssige Verpackungen in Supermärkten, aber auch an der wachsenden To-Go-Mentalität. Auch das Bestellen von Produkten im Internet führt zu neuen Bergen von Verpackungsabfall. Hier ist es wichtig, Bewusstsein zu schaffen und Herstellern, Handel und Konsumenten zu zeigen, dass es auch anders geht – beispielsweise mit Mehrweg.

Frau Danne, vielen Dank für Ihre Zeit!

10 Jahre RESORTITipp von RESORTI:
Restmüll, altes Papier, die Biotonne und mehr: Die korrekte Mülltrennung ist manchmal gar nicht so einfach. Auf unserer Übersichtsseite zur Frage „Welcher Müll in welche Tonne“ haben wir Tipps und Hintergrundinformationen gesammelt.

Welche Mottos gab es in der Vergangenheit?

Mittlerweile kann die EWAV auf viele Aktionen zurückblicken. Jedes Jahr lief die Aktion unter einem anderen Motto:

  • 2014: Lebensmittelverschwendung stoppen!
  • 2015: Nutzen statt Besitzen
  • 2016: Verpackungsabfälle vermeiden
  • 2017: Abfall verschwenden beenden
  • 2017: Gib Dingen ein zweites Leben
  • 2018: Bewusst konsumieren & richtig entsorgen

Weiterführende Informationen zum EWAV

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